Viennale ’13: Gold

Leave a Comment

Im Freundeskreis mochten ja wenige Thomas Arslans letzten Film IM SCHATTEN. Ich schon. Irgendwie machte mir dort das lange Warten, wo nichts passiert und man beobachten kann, nichts aus.

Auf GOLD war ich gespannt, weil ich neugierig war wie sich so eine Langsamkeit mit ihren vielen Leerstellen in einem Genrefilm niederschlägt.

Äußerlich ist GOLD ein eher klassischer Western. Aber ich glaube dass es in Wirklichkeit ein Film über das Überleben des Menschen ist, also auch der Menschlichkeit. Denn dass der Mensch dem Menschen ein Wolf ist, vor allem in der Gruppe inmitten einer großen Einsamkeit voller unbekannter Gefahren, das dürfte hinlänglich bekannt sein.

Gold

So weit, so absehbar, und auch so interessant, wie das ein deutscher Autorenfilmer umsetzt. Aber obwohl ich den Film unbedingt mögen wollte, bin ich mit den Figuren nicht warm geworden. Das lag bei mir vor allem an den Dialogen, die ich etwas klischeehaft fand, und an dem Gefühl, dass ich das alles genau so schon irgendwo gesehen hatte. Mir war die Erzählung zu unfokussiert und zu konventionell. Ich hätte mich gefreut, wenn das ganze etwas leichter, weniger, unvorhersehbarer und weniger hölzern daherkommt.

Und vor allem hätte ich mir eines gewünscht: Der Film erzählt die Geschichte von deutschen Auswanderern auf der Suche nach Gold, Geld und Glück. Das legitimiert einerseits, dass alle Deutsch sprechen. Aber andererseits habe ich das „Deutschsein“ inmitten eines fremden Landes der unbegrenzeten Möglichkeiten nicht gespürt. Die Figuren haben in meinen Augen das getan, was Figuren in einem Western halt so machen – es gibt den Spießer, das alte Paar, den jungen Wilden, den machtgeilen Supermacho und den geldgierigen Geschäftsmann. Die Frau, die Nina Hoss spielt, hat ein Geheimnis, aber insgesamt ist es halt einfach eine Gruppe von Leuten, die ums Überleben kämpft. Ist es also egal, dass es deutsche Auswanderer sind?

Entweder heißt das, dass wir als Menschen alle gleich sind, unabhängig von unserer Herkunft, oder es heißt, dass es an Ideen gemangelt hat, diesen Aspekt zu visualisieren. Dass er für Arslan wichtig war, liest man z.b. hier.

Naja, ich weiß auch nicht so recht…

Share this Post

InesViennale ’13: Gold
Viennale


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.