Werkzeug: Schickt eure Figuren zum Teufel!

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…oder zum Donnertrummel, zu einem Dämon oder woran ihr sonst so glaubt. Jedenfalls irgendwohin, wo es ihnen so richtig dreckig geht.

Warum ihr das tun sollt? Es ist ein Phänomen, das mir vor allem bei AutorInnen auffällt, die noch wenig geschrieben haben: Sie sind viel zu nett zu ihren Figuren. Das ist natürlich vor allem bei ProtagonistInnen fatal, denn eine Kernfrage lautet ja „Was ist das Schlimmste, das Deiner Figur passieren kann?“, und wenn man die Antwort hat, dann sollte man tunlichst genau diese Szene ins Drehbuch hineinschreiben.

Ich weiß nicht, warum das so ist (Antworten bitte in den Kommentaren), aber offenbar haben viele AutorInnen Mitleid mit den Figuren oder ein persönliches Problem damit so richtig fies zu ihnen zu sein. Ich weiß es wirklich nicht. Aber Tatsache ist, dass eine Geschichte ungemein an Dynamik gewinnen kann, wenn für die ProtagonistInnen wirklich viel auf dem Spiel steht.

Hal Corasmun formuliert das in diesem Artikel so:

There’s nothing wrong with loving your characters.  After all, they were so much fun to create. But remember, they have a job to do that, if done right, will bring them to life along with your career.
What is their job?  To go through hell and somehow survive to tell about it.

Manchmal hilft es zum Beispiel schon sehr, die Location zu ändern. Es gibt Konflikte, die viel schmerzhafter sind, wenn sie an einem öffentlichen Ort voller Menschen ausgetragen werden. Für andere Figuren wiederum sind vielleicht auf Grund einer bestimmten Vorgeschichte die eigenen vier Wände der schlimmste Ort, um einen Konflikt auszutragen. Jedenfalls muss es so richtig weh tun.

In dem oben zitierten Artikel gibt es u.a. eine Liste mit Vorschlägen, wie man es schafft, das Nettsein gegenüber den Figuren abzulegen. Also los, seid fies!

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