Viennale’11: THE BALLAD OF GENESIS AND LADY JAYE

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Die Filmemacherin Marie Losier sagt am Anfang dass sie eigentlich einen Musikfilm machen wollte aber dass es dann sieben Jahre dauerte bis der Film fertig wurde, und am Ende ging es um die Geschichte einer großen Liebe – eben THE BALLAD OF GENESIS AND LADY JAYE.

Ich kenne mich ja mit Musik nicht aus und weder Genesis P. Orridge noch Psychic TV sagten mir vor diesem Film etwas. Deswegen war ich dann doch ganz froh dass die Dokumentation über gewisse Strecken die (Musik-) Geschichte der Industrial-Szene streift. Im Mittelpunkt steht aber Genesis P. Orridge, und zwar eher die Privatperson, die unter anderem im Archiv im Keller seines Hauses herumalbert und Verstecken spielt oder erzählt dass er zum Abwaschen gern Spitzenunterwäsche und Makeup trägt.

Und natürlich wird wie angekündigt die Liebe zwischen Genesis und Lady Jaye erzählt, von ihrem Kennenlernen in einem Dominastudio über das Zusammenziehen bis zum gemeinsamen Performen. Genesis erzählt dass die beiden keine gemeinsamen Kinder haben sondern das Geld in Schönheits-OPs investieren um sich ähnlicher zu schauen. Das Leben und die Liebe als chronisches Kunstprojekt. Dass dieses Konzept kein bloßer flüchtiger Gedanke ist wird spätestens am Schluss klar als Jaye gestorben ist und man eine Großaufnahme von Genesis‘ Gesicht sieht, in dem eben durch die Operationen einiges von Lady Jaye über ihren Tod hinaus erhalten bleibt. Dieser beiläufige Moment hat sich bei mir eingeprägt.

Was ich etwas schade fand war dass Lady Jaye in dem Film kaum eine Rolle spielte. Man sah sie zwischendurch, man sah die beiden gemeinsam, aber ihre Seite der großen Liebe blieb letztlich ausgespart. Klar ist Genesis P. Orridge fürs Marketing das Zugpferd, und man weiß auch nicht ob es nicht Gründe dafür gab, vielleicht wollte sie ja bewusst Genesis das Feld überlassen. Aber ich hätte trotzdem gern mehr von Lady Jaye gesehen.

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