Viennale’11: STILLLEBEN

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STILLLEBEN packt ein schweres Thema an. Es geht um Missbrauchsgedanken eines Vaters und die in Hilflosigkeit zerfallende Familie nachdem diese Gedanken ans Licht kommen. Mit den schweren Themen ist STILLLEBEN in guter österreichischer Filmgesellschaft, nachdem kürzlich MICHAEL und ATMEN angelaufen sind.

Stillleben

Und auch dieser Film beobachtet mit wenigen Erklärungen die Abgründen der handelnden Figuren. Und er findet zu einem überraschenden Finale, das mir sehr gut gefallen hat. (Was das ist erzähle ich hier nicht, ich will nicht spoilen.)

Trotzdem konnte mich der Film dann doch nicht so restlos überzeugen, aber die Gründe dafür sind persönliche Geschmacksfragen. Ich will im Kino meistens emotional mitleben. Die Strategie des beobachtenden Erzählens, die gerade im österreichischen Arthousekino oft vorkommt (und ich denke auch in der sogenannten Berliner Schule, von der ich aber schlichtweg zu wenig Filme kenne weil die hier in Österreich of gar nicht anlaufen), das beobachtende Erzäheln also lässt mich und meine Kinobedürfnisse oft zu sehr außen vor. Und auch bei STILLLEBEN hatte ich manchmal Schwierigkeiten die Figuren nachzuvollziehen, weil ich zu sehr auf Distanz geblieben bin.

Ein anderer Grund mag darin liegen, dass der Film sehr stark sein Anliegen vertritt, nämlich die Frage wie man mit Menschen mit pädophilen Gedanken umgeht die aber noch nicht zu Tätern wurden, aber potentiell welche sind. Wie frei dürfen Gedanken sein? Wie gehen Angehörige damit um? Welche Handhabe hat man gegen ein Verbrechen das noch nicht begangen wurde? Ich finde das sehr spannend, weil ich es bis dato so noch in keinem Film gesehen habe. Hier hatte ich aber ab und an das Gefühl dass sich teilweise das Anliegen unabsichtlich stärker in den Vordergrund gedrängt hat als die Geschichte und die Komplexität der Figuren. Aber wie gesagt, das sind persönliche Geschmacksfragen und die ändern nichts daran dass das Thema an sich spannend und der Schluss sehr gut gelöst ist.

Disclaimer: Ich hatte einmal das Treatment des Autors Thomas Reider auf meinem Tisch, aber das ist mehr als fünf Jahre her und die Geschichte war damals noch sehr anders (und die Zusammenarbeit zwar wegen der Rahmenbedingungen kurz, aber schön). Deswegen habe ich diesen Disclaimer auch nicht oben vor meine Gedanken zum fertigen Film hingeschrieben. Aber gesagt haben wollte ich es doch.

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