Viennale’11: MARTHA MARCY MAY MARLENE

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Heute nur ein Film, man muss ja auch mal arbeiten, dafür morgen dann drei. Auf dem Programm stand MARTHA MARCY MAY MARLENE. Meine Bürokollegin hatte den Film schon auf einem Festival gesehen und ihn gut gefunden. Und tatsächlich – die jüngste der Olsen Geschwister Elizabeth spielt die Hauptrolle und hat mit diesem Film zwar sicherlich nicht so viel Geld gemacht wie ihre Zwillingsschwestern, aber dafür beweist sie ordentlich Talent.

Die Geschichte ist schlicht (Mädchen flüchtet sich aus Kommune mit gehirnwaschendem Anführer zu ihrer älteren Schwester), die Umsetzung arthouse-typisch. Die Schnitte zwischen den beiden Zeitebenen (Zeit in der Kommune vs. Zeit nach der Flucht bei der Schwester) führen das Publikum gerne an der Nase herum. Manchmal nervt das weil der Film herzeigt wie clever er sein will, aber ab und zu funktioniert das erschreckend gut.

Besonders aufgefallen ist mir die Fokussiertheit von John Hawkes (das war der Schuhverkäufer in ME AND YOU AND EVERYONE WE KNOW). Er spielt den Kommunenhäuptling mit einer solchen verführerischen Präzision, dass man sich nicht wundert wenn ihm die Mädchen scharenweise folgen. Die Leichtigkeit mit der er die Gehirnwäsche durchführt und die Brutalität seiner Rituale um die Mädchen dann an sich zu binden, und das alles in ganz wenigen und kurzen Szenen – großartig.

Trotzdem hat mich der Film nicht so restlos überzeugt. Ich fand darin wenig das nicht in anderen Arthousefilmen dieses Kalibers schon gesehen hätte (WENDY AND LUCY schafft da manches noch konzentrierter). Das mag aber auch daran liegen dass bei mir der Filmfestivaleffekt schön langsam zuschlägt – je mehr Filme ich in der kurzen Zeit sehe umso strenger werde ich. Mal sehen was ich morgen schreibe, nachdem ich drei Filme hintereinander gesehen habe.

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