Viennale ’13: Like Father, Like Son

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Meistens ist alles gleichzeitig. Also, während die Viennale läuft. Dieses Jahr war es zuerst die Runtastic Story Running Präsentation, und jetzt habe ich eine blöde Erkältung.  Aber drei Filme habe ich immerhin gesehen.

Auf LIKE FATHER, LIKE SON (SOCHITE CHICHI NI NARU) von Koreeda Hirokazu habe ich mich schon gefreut. Ansonsten habe ich ja eine Art Hassliebe zu vielen asiatischen Filmen, die ich gesehen habe, aber ich war u.a. von seinem Film NOBODY KNOWS sehr begeistert.

Was mich oft fasziniert, ist die simple Ausgangslage seiner Filme. Bei NOBODY KNOWS ist es ein Satz: Eine Mutter verlässt ihr vier Kinder, einfach so, nur ein Brief und etwas Geld bleiben zurück. Die Geschichte ist dann konsequent aus der Sicht des ältesten 12jährigen Bruders gefilmt, und es gibt wenige Filme, die mich in ihrer Schlichthet mehr berührt haben als dieser.

LIKE FATHER, LIKE SON hat ein ähnlich einfaches Thema: Zwei Elternpaare entdecken, dass ihre Söhne bei der Geburt vertauscht wurden. Beide kommen aus sehr unterschiedlichen Milieus, und beide fragen sich, wie sie nun vorgehen.

Like father, like son.

Leider hat mich dieses mal die Einfachheit der Geschichte nicht ganz überzeugt. Sie ist für mich etwas ins Banale abgerutscht und wird zu lang ausgebreitet. Das liegt vielleicht auch am Plot: Daraus macht man schnell mal ein melodramatisches TV Movie oder eine überdrehte Komödie.

Gerade deswegen hätte mich interessiert, wie Koreeda Hirokazu sich dem ganzen vielschichtig und durch eine sensible und genaue Beobachtung annähert, aber mir war das letztlich zu plump, vorhersehbar und durchschaubar:
Auf der einen Seite die wohlhabende Familie, wo der Vater seinen Ehrgeiz in den Sohn hineinprojiziert, der es dadurch schwer haben wird, seine eigenen Persönlichkeit zu entwickeln. Auf der anderen Seite die ärmere Familie, die dafür glücklich und menschlicher bzw. idividueller mit dem Sohn umgeht. Mir kam vor, das habe ich in Variationen schon zu oft gesehen und ich fand es irgendwann vorhersehbar.

Aber wie immer, wenn mich der Inhalt weniger berührt als erhofft, beschäftigt sich mein Hirn mit etwas anderem, zum Beispiel mit dem Schnitt und der Mis En Scene. Beides fand ich auffällig gut, vor allem was die inhaltliche Aufladung der Bewegungen in den Szenen betraf. Aber insgesamt war mein Viennalestart mit diesem Film heuer eher so mittel.

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InesViennale ’13: Like Father, Like Son
Viennale


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