Viennale ’10: American Grindhouse

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Ich finde es ja schön, dass ich bei der Viennale Filme sehe, die mir etwas über andere Filme erklären. Vor einigen Jahren habe ich eine Dokumentation über Midnight Movies gesehen (Es wird wohl die hier gewesen sein), und heuer ging es um Grindhouse Filme.

Stilistisch fand ich die Dokumentation jetzt nicht so aufregend, aber inhaltlich war das natürlich wunderbar. Ausschnitte aus 150 Filmen, ein sehr gut gelaunter John Landis und viele weitere Experten, die die verschiedene Facetten des Exploitation Kinos erklärten. Das ist ja jetzt nicht so wirklich mein Genre, und umso spannender fand ich es, so kompakt eine historische Abhandlung und die Subgenres präsentiert zu bekommen. (Dann brauch ich mir die ganzen Filme, vor denen ich mich ohnehin nur fürchte, nicht mehr anzusehen. Praktisch, was?)

Es gab Hinweise darauf, was der Production Code der Filmstudios, die Besitzverhältnisse von Kinoketten, Bourlesque, Drive In Kinos und der Film Noir mit der dem Genre zu tun haben. Und wusstet ihr, dass es ein Subgenre über peitschenschwingende Nazifrauen gab („Ilsa: She Wolf of the SS“)? Interessant fand ich auch den Aspekt, dass einige der Schockerfilme von Frauen besucht wurden und für diese Zielgruppe als „educational movie“ beworben wurden, zum Beispiel Filme, in denen erstmals die echte Geburt eines Babys gezeigt wurde.

Was mich ausführlicher interessiert hätte, wäre der Aspekt der Frauenfiguren in diesen Filmen gewesen. Oft geht es um gefesselte Frauen, die ausgepeitscht, vergewaltigt, gedemütigt werden. Je nach Subgenre ist die Gewalt gegen die Frauen extrem explizit. Oder der Umgang mit weiblicher Sexualität. Die Korrelation zur 1968er Bewegung hätte mich da ganz besonders interessiert. Es kamen übrigens zwei Frauen in dem von Männernerds dominierten Genreexperten zu Wort, eine Filmwissenschafterin und eine Regisseurin. Erstere meinte, wir Frauen würden auch angeturnt werden, wenn nackte Frauen so gezeigt werden wie in diesen Filmen. Hm, naja. Aber das Thema wäre wie gesagt eine eigene Dokumentation wert.

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InesViennale ’10: American Grindhouse
Viennale


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