über die liebe

3 Comments

hier erklärt einem ein herr professor warum frauen jenseits der 35 (also seit april auch ich) kein leiberl bei männern mehr haben, und dass berufstätige akademikerinnen in meinem alter rein rechnerisch sowieso nur mehr einen hartz IV mann abkriegen. aber er versteht nicht, dass solche frauen wie ich nicht nach unten heiraten und überhaupt mehr auf die männerjagd gehen. würden wir das machen, wären alle probleme gelöst. rein pragmatisch und statistisch. wegen angebot und nachfrage nämlich.

dass man bei solchen aussagen aber auch noch etwas anderes berücksichtigen müsse, stellt die autorin des artikels zum glück auch gleich fest:

Bezeichnenderweise kommt derart guter Rat fast immer von Männern, und zwar von mittelmäßig erfolgreichen. Das ist, wie einen der Chefs von Lehman Brothers um einen Ausweg aus der Finanzmisere zu bitten. Überhaupt: Warum sind es eigentlich nur die Frauen, die ihr Verhalten zugunsten sozial Benachteiligter ändern sollen? Drehen wir doch den Spieß mal um, und betrachten wir das Beuteschema des Mannes. Die Soziologin Renate Liebold hat sich den Spaß erlaubt, 58 erfolgreiche Manager nach ihrem Lebensmodell zu durchleuchten:

Fast alle haben jüngere Akademikerinnen geheiratet, diese wurden ausnahmslos Hausfrauen. Das gilt in der jüngsten Shell-Jugendstudie als die sogenannte 80:40-Katastrophe. 80 Prozent der Frauen wollen Job und Familie vereinbaren, aber nur 40 Prozent der Männer können sich eine Partnerschaft vorstellen, in der die Aufgaben gleichberechtigt verteilt sind. Der Soziologe Ulrich Beck nennt das »verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre«.

na, wie dem auch sei, ich erlaube mir weiterhin romantisch zu sein und fordere Sie auf, dasselbe zu tun. als starthilfe klicken Sie bitte hier.

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Inesüber die liebe
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Comments 3

  1. gingerbox

    solche texte kann ich nur mehr überfliegen, daher bitte ich um entschuldigung, wenn ich die relativierenden einwände doch überlesen haben sollte: dass solchen schrott jetzt auch frauen schreiben dürfen, die dann mit dem fäustchen auf den tisch hauen, macht es nicht weniger reaktionär und frauenfeindlich. bitte unbedingt nachlesen, was in „backlash“ über solche „forschung“ und „statistik“ geschrieben wurde – ein buch, das die autorin zwar verwendet, aber nicht angibt, wenn sie den scheiß mit dem flugzeugabsturz zurechtrückt. solche texte bitte auf keinen fall ins innere vordringen lassen, sind sind pest und cholera und alle sieben plagen zugleich.
    p.s. ich bin auch akademikerin – wo bleibt mein audi?

  2. Post
    Author
    ines

    ich bin auch akademikerin, aber ich will keinen audi! was ist falsch mit mir? aber hey, ich könnte vorgeben einen audi zu wollen, um ihn dann zu verkaufen und mir was wirklich cooles zuzulegen. (ein hausboot zum beispiel.)

    der artikel selbst ist ja eh nicht ernstzunehmen, weil er haltungslos und halbherzig ist, und übrig bleibt ein reaktionäres, schwammiges etwas. schlechter lifestylejournalismus eben.

    bedenklich ist nur, wie ich an den artikel kam: eine freundin mailte ihn mir. weiß nicht ganz, wie ich das deuten soll… ;-)

  3. gingerbox

    es genügt in meinem umfeld mittlerweile, das wort „qualitätsjournalismus“ auszusprechen, um gelächter auszulösen.

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