Szenenbeschreibung, die Zweite

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How to write action lines ist offenbar das große Thema in den amerikanischen Drehbuchweblogs. Das ist gut, da können wir was lernen.

John August hat nach seinem ersten Screencast nun einen weiteren online gestellt, in dem man sehr schön sieht, was der Unterschied zwischen einer nüchternen Beschreibung der Szene und einer filmischen Formulierung ist, die einen in die Geschichte hineinzieht.

Außerdem wird hier die Technik der „Parallel Action“ erklärt (so nennt es John August, der deutsche Terminus Technicus wäre vielleicht „Satzellipsen“): Kurze, abgehackte Sätze, in denen das Subjekt ausgelassen wird, um damit einen stärkeren und mitreßenden Rhythmus zu erzeugen. Ich kenne übrigens einen Autor, der genau das nicht nur für Actionszenen einsetzt, sondern manchmal auch für höchst emotionale Szenen. Das funktioniert erstaunlich gut.

Aber auch Julie Grey hat auf The Rouge Wave einen langen Artikel über Action Lines geschrieben. Darin geht sie ebenfalls auf den Unterschied zwischen nüchterner Beschreibung und filmischem Stil ein. Und beantwortet die Frage, warum man das überhaupt tun soll, schließlich wird ja das Drehbuch letztlich verfilmt und nicht gelesen: „Because they will be READ, that’s why.“ Genau. Und zwar wird das Drehbuch unter anderem von all denen gelesen, die am Ende ein paar Millionen(!) Euro hergeben, damit aus den paar Worten auf weißem Papier ein Film wird. Dafür kann man sich eigentlich schon ein bisschen bemühen, oder?

Danach schreibt sie noch darüber, dass man es nicht übertreiben soll mit den Beschreibungen. Stimmt. (Auch mit den „literarischen“ Beschreibung nicht, bitte schön. Und nicht mit Dingen, bei denen man sich fragen wird: Aber wie wird man das dann im Film sichtbar machen? Das passiert im Überschwang nämlich auch manchmal.)

Eines kann ich noch aus eigener Erfahrung anfügen: Autorenfilmer tendieren dazu, viel zu wenig zu beschreiben, vor allem was die emotionalen Reaktionen der Figuren betrifft. Wenn ich dann nachfrage, bekomme ich meistens als verwunderte Antwort: „Ja aber das inszeniere ich ja dann eh!“. Think twice, stupid. Bevor du das nämlich verfilmen kannst, müssen es eine Menge Leute LESEN. ProduzentInnen, LektorInnen, DramaturgInnen, RedakteurInnen, Filmförderer. Und von denen hängt es ab ob dein Film gemacht wird. Also kommt uns, den LeserInnen, ein bisschen entgegen. Dankeschön.

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