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„Do your own research. Don’t just rely on movies and TV shows with similar settings to yours. You can’t build a unique world out of someone else’s materials.“

Dieser Ratschlag steht bei den wie immer großartigen Screenwriting Tips, und es gibt wenig bei dem ich mehr in Kopfnicken ausbreche als bei diesem Satz. Besonders bei DrehbuchautorInnen mit wenig Erfahrung fällt mir auf dass die Struktur der Geschichten zwar oft wirklich gut konstruiert ist und der Plot den Genreerwartungen entspricht, aber die Figuren fühlen sich manchmal klischeehaft und innerlich leer an.

Jetzt bin ich ja generell ein Mensch der zuerst von den Figuren und vom emotionalen Thema ausgeht und nicht von der Struktur (manche machen das ja umgekehrt), und deswegen irritiert mich das umso mehr. Wenn in der Drehbuchbesprechung dann immer wieder der Satz fällt „Ja, aber im Film XY hat das ja auch so funktioniert“ werde ich sehr hellhörig. Das kann in Ausnahmefällen auf äußere dramaturgische Kunstgriffe zutreffen, aber meiner Erfahrung nach funktioniert es nie mit Figuren. Die kann man kaum von Film A nach Drehbuch B übertragen ohne dass es konstruiert wirkt.

Meistens bessert sich das wenn die AutorInnen in Klausur mit ihren Figuren gehen und ihnen mal ein paar Stunden zuhören was die von sich aus so zu erzählen haben. Ich stelle mir manchmal vor dass mich eine Figur an ihren Lieblingsort führt und mir bei ihrem Lieblingsgetränk erzählt wie es ihr so geht. Und zwar wie es ihr wirklich geht, hinter der Fassade, und warum. Quasi Therapiesitzung. Man erfährt dabei so unglaublich viel, es ist erstaunlich. Und die Gefahr von generischen Figuren und Klischees ist auch gebannt.

p.s.: Achso, natürlich gibt es auch den Fall von zu viel Recherche. Aber das hebe ich mir für einen anderen Artikel auf.

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InesRecherche
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