Product Placement

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Während hier schon seitens der Zeitungen und Drehbuchautoren über die mögliche EInführug von Product Placement im deutschen TV gewettert wird, rede ich mal übers Gegenteil. Denn nach diesen Episoden in der ARD brach die große Paranoia in den Redaktionen aus.

Ich könnte hier Geschichten erzählen von verzweifelten Cutterinnen, die versuchen, die Teepackung auf dem Nachtkastl des laut Drehbuch verschnupften Nebendarstellers aus dem Bild zu schneiden. Oder von endlosen Diskussionen mit Redakteuren über Weinsorten wie „Schilcher“ und regionale Spezialitäten wie die steirische Klachlsuppe (musste beides aus dem Dialog gestrichen werden). Oder über konkrete Kirchennamen, die unerwünscht waren, weil es irgendwo in Österreich bereits eine Kirche mit diesem Namen gibt (wussten Sie übrigens, dass es in Österreich immer irgendwo eine Kirche mit dem Namen irgendeines Heiligen gibt? Es war zum aus der Haut fahren.) Wobei es bei der Kirchensache eher um die Verwechslungsgefahr als um Markenschutz ging. Aber trotzdem. Und in keinem der Fälle ging es übrigens darum, dass eine Herstellerfirma der Produktion etwas gezahlt hätte. Es ging nur um Essensnamen, die im Dialog fallen oder um Dinge, die die Requisite gekauft hatte, damit das Nachtkastl realistisch aussah.

Fazit: Von mir aus kann der ganze Wahn bei unbezahlten(!) Produkten, die im Bild sind, ruhig aufhören. Weil es meine Arbeit behindert. Zwei Tage lang Kirchennamen recherchieren war nämlich kein großer Spaß, das sag ich Ihnen.

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InesProduct Placement
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