Kreatives Schreiben: Weekend Writing #28

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Heute früh hatte ich beim Laufen zu viel eiskalten Gegenwind. Brrrr! Wo ist der Frühling, bitte? Als Gegenmittel gibt es heute ein Strandfoto des Fotografen Shalmon Bernstein. Seht euch doch mal auf seiner Website um, dort gibt es viele sehr gute Street-Fotografien!

Für alle, die zum ersten Mal bei der Weekend Writing Challenge dabei sind: Es geht darum, dass ich hier immer am Samstag ein Foto als Inspiration für eine kurze Geschichte poste. Ihr könnt eure Texte einfach hier in den Kommentaren posten, gerne auch anonym. Ich freue mich übrigens nicht nur, wenn ihr mitmacht, sondern auch wenn ihr es (im Netz) weitererzählt. Je mehr Menschen mitmachen, umso besser!

Hier kommt die Anleitung:

  1. Stell dir einen Timer (Küchenuhr, Handywecker…) auf 5 Minuten. Bereit?
  2. Schau dir das Foto 5 Minuten lang genau an. Die Menschen, die Körperhaltung, die Gegenstände. Was ist im Zentrum, was bzw. wer im Hinter- oder Vordergrund? Entdecke die Details, studiere die Gesichtsausdrücke. Was könnte die Geschichte zum Foto sein?
    Pling! Die 5 Minuten sind um.
  3. Stelle jetzt den Timer auf 15 Minuten. Los gehts mit dem Schreiben!
  4. Schreibe eine kurze Geschichte. Da die Zeit begrenzt ist, eignen sich Momentaufnahmen, Vignetten, Augenblicke, Kurzgeschichten, Gedankenströme besser als lange, epische, romanhafte Ansätze. Und denk nicht zu lange nach! Es geht hier weniger um den Kopf als um die Intuition.
  5. Pling! Fertig.

Achtung: Es geht hier nicht um Perfektion, sondern um den Spaß am Schreiben. Deshalb halte ich mich nach den 15 Minuten auch nur sehr kurz mit dem Umschreiben auf. Wenn ich selbst mitmache, korrigiere ich einige Formulierungen, für die mir ad hoc beim Durchlesen doch etwas besseres einfällt, aber im Großen und Ganzen lasse ich die Geschichten so, wie sie beim ersten Wurf entstehen und stelle sie eher „roh“ ins Blog.

Euch fällt nichts ein? Hier einige Fragen, die deiner Fantasie auf die Sprünge helfen können:

  • In welcher Beziehung stehen die Personen zueinander?
  • Wer hat das Foto gemacht, in welcher Beziehung steht die Person zu denen auf dem Foto?
  • Erzählt jemand etwas über die Personen auf dem Bild, oder ist eine Person vom Foto der Erzähler?
  • Wer ist die Hauptfigur, wie heißt er/sie, welchen Background hat er/sie?
  • Welche Erwartungen haben die Personen, was hoffen sie, was befürchten sie? Was sind ihre Lebensträume und Ziele? Was haben sie bereits erlebt?
  • Was ist der Konflikt, das Dilemma, das die Person gerade hat?
  • Was ist vor der Aufnahme passiert, und was passiert, nachdem der Auslöser gedrückt wurde?
  • Was oder wer steht außerhalb des Bildausschnitts?
  • Wie ist die Stimmung der Personen? Ändert sie sich in der kurzen Geschichte?
  • Wie riecht es, ist es warm oder kalt? Friert die Person, ist ihr heiß?

Wenn ihr eure Geschichte im Internet (z.B. auf eurem blog) postet, hinterlasst doch den Link hier in den Kommentaren. oder kopiert den Text in den Kommentar, gerne auch unter einem Pseudonym. Ich freue mich natürlich auch, wenn ihr diesen Artikel auf Facebook und Twitter teilt – es wäre schön, wenn so viele wie möglich mitmachen und diese Form des Weekend Writing ein Fixpunkt im kreativen Internet wird. Aber das überlasse ich der Zukunft. Jetzt geht es los – viel Spaß beim Schreiben!

Für alle WienerInnen: Ich gehe einmal im Monat zu einem Creative Writing Abend bei Barbara Stieff, wo wir uns im informellen Rahmen zum Schreiben treffen. Dabei steht das Ausprobieren und der spielerische Umgang mit Sprache im Mittelpunkt. Also kein Druck, es geht um den Spaß und den Prozess des Schreibens, wie bei dieser Übung. Wer mitmachen möchte, schreibt mir einfach eine Mail, ich leite es dann an Barbara weiter.

Für alle, die die Challenge im Internet teilen wollen: Unser Hashtag lautet #weekendwriting. Er wird bereits von AutorInnen im Netz benutzt, da passt unsere Übung gut dazu.

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Comments 1

  1. Aurelia

    Wir haben unsere Kabine an der Küste im Sommer. Und da machen wir immer unser obligates Sommerfoto. Horst mit seinen Faxen! Die wilden Jahre sind um, ist ja klar, man wird müder. Aber Nadja macht mir immer noch die netten Lederbikinis, das erinnert mich an die guten alten Zeiten. Hier kann ich auch wunderbar mit dem Rad fahren, manchmal fegt´s mir zwar die Perücke vom Kopf im Fahrtwind, aber ich hab sie immer noch rechtzeitig festhalten können. Der Sommer und den tiefen Winter! Um den zugefrorenen See Langlaufen! Die Haare sind nach den Behandlungen nicht mehr zurückgekommen, aber das macht mir mittlerweile gar nichts mehr aus. Ist ja viel praktischer so, schwups, und ich bin fertig. Il faut être pratique dans la vie. Hach, in den Erinnerungen schwelgen, ist was Schönes, wie ich noch Filmluft schnupperte, und die liebe Nonne in Südfrankreich mir die Kette mit dem Kreuz geschenkt hat. Sie wusste nichts von Horst, und dachte wohl, ich sei eine junge, herzensgute Frau, die vielleicht Interesse am klösterlichen Leben finden könnte. Abgemagert und anämisch wie ich damals noch war, wirkte ich durchaus fromm. Seither hab ich die Kette niemals ausziehen können. Ich bin einfach so ein Fetischmensch, aber dafür auch immer positiv, komme, was wolle! So, genug geplaudert, ich bring Horst Schuhe jetzt in die Kabine.

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