Interview

2 Comments

Wenn ich mich dann auf der Akademie umgehört habe, was die bekannten RegisseurInnen so zwischen den Kinofilmen machen, habe ich keine Antworten bekommen. Wir werden an der Filmakademie – zumindest in der Regieklasse – eindeutig Richtung Kino ausgebildet, aber niemand sagt uns, dass wir davon möglicherweise nie leben werden.

Vor einiger Zeit wurde Katahrina Mückstein, Autorin und Regisseurin des Kurzfilms Die Vereinigung, von der Zeitschrift MALMOE zu den Themen Präkariat, Arbeitsbedingungen und Filmemachen interviewt. Das Interview kann man hier nachlesen.

Share this Post

InesInterview
Die Branche


Comments 2

  1. Claus Stirzenbecher

    Es ist wirklich erstaunlich, dass man im deutschsprachigen Raun angehenden RegisseurInnen erst sagen muss, wie ihre Berufschancen aussehen. Mein Eindruck ist, dass viele glauben, sie seien kleine Genies, auf die die Welt gewartet hat – und diese Illusion wird durch die Hochschulen gefördert. Schüler wie Lehrende sitzen bei uns dem Genie-Kult der Romantik auf. Viele Chancen, die gerade Regie-Anfänger bekommen, werden dadurch vertan, dass sie nicht systemisch denken können, sondern nur ihr idealisiertes Ego als einzigen Bezugspunkt erkennen.

  2. Post
    Author
    Ines

    Das ist ein sehr komplexes Thema. Im deutschsprachigen Raum ist es generell in vielen Kunstrichtungen verpönt, etwas massenwirksames und/oder finanziell einträgliches zu tun, denn dadurch wird einem der Kunstanspruch abgesprochen. Ich kenne das aus dem Bereich der Bildenden Kunst genauso wie vom Theater. Gerät man an eine Filmhochschule, die das befördert passiert genau das was Du schreibst. Andererseits schreiben diese Menschen nicht gleich mit der Schere im Kopf und auf Berechnung in puncto Publikumswirksamkeit. Das kann schon auch sein Gutes haben. Sofern man es aber eben pragmatisch tut, in dem Bewusstsein über Marktverhältnisse. Film kann kaum kein Privatvergnügen sein, dafür kostet es viel zu viel Geld.

    Mein persönliches Credo ist, dass ich unbedingt daran glaube, beides verbinden zu können. Das ist die Haltung, die ich immer wieder vehement verteidige. Vor allem die komplexeste Geschichte mit viel Tiefgang und Unvorhersehbarket braucht eine starke Struktur und sorgfältig gearbeitet Figuren um sich entfalten zu können. Mich stört eigentlich am meisten dass das oft negiert wird, dass ich mit der Forderung nach Handwerk oft gleich in die Kommerzecke verbannt werde. Das macht mich richtig wütend. (Wenn man einen Tisch aus komplizierten Materialien und nach einem sehr komplexen Plan baut, dann soll der ja auch nicht automatisch wackeln.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.