Gretchenfrage: What makes a good screenwriter?

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Das ist eigentlich eine bescheuerte Frage. Weil das Thema viel zu komplex ist. Und entsprechend allgemein fallen auch die Antworten aus, die im Posting des ScriptMag Blogs stehen. Aber ein Punkt hat mir wirklich sehr eingeleuchtet:

4. You have to understand that you are writing for a mass audience: Movies are meant to be shown to large numbers of people all at the same time in a collective viewing experience — even the most obscure art film is meant to be screened for an auditorium full of people. This means that when you write, you have to do so in such a way that your material is understandable to the people that you want to come to see your film. This does not mean you have to talk down to your audience or dumb down the material or anything like that — you simply have to remember that when you are writing a movie, you are not writing just for yourself or for your immediate circle, but for large numbers of people that are eager to experience your ideas. It’s up to you to make sure that those ideas are clearly communicated and, if the film fails to connect, to never take refuge in “they just didn’t get it.” As a screenwriter, it’s your job to make sure they get it.

„Even the most obscure art film is meant to be screened for an auditorium full of people.“ Das ist genau der Punkt. Wenn ein Film in einem leeren Kino läuft, wird er zwar gezeigt, aber wirklich fertig ist er doch erst dann, wenn ihn jemand ansieht und die Lichtpunkte auf der Leinwand mit seinen eigenen Gedanken, Sehnsüchten und Lebensentwürfen auflädt. Wieso sollte man sich dem verweigern (noch dazu wo ein klein budgetierter Spielfilm hierzulande die stolze Summe von 1.5 Mio. Euro kostet)?

Ich bin einmal aus einem Projekt ausgestiegen, als es von Autorenfilmerseite hieß „Du sprichst immer wieder über das Publikum. Das ist mir ja völlig egal.“ Mir ging es in der Analyse der Szene dabei nur um pure Verständlichkeit.

Mir ist bewusst, dass es Geheimnisse geben soll und eine obskure Filmsprache interessant ist. Aber wenn sich das alles nur mehr für den Filmemacher/die Filmemacherin erschließt, fehlt mir persönlich ein wichtiger Aspekt des Kinoerlebnisses, nämlich dass ich intellektuell und emotional Anteil nehmen darf an dem was da auf der Leinwand passiert. Gerade bei Spielfilmen finde ich das wichtig.

(Und den letzten Satz finde ich auch essentiell, das ist eine oft gehörte Ausrede: „It’s up to you to make sure that those ideas are clearly communicated and, if the film fails to connect, to never take refuge in “they just didn’t get it.” As a screenwriter, it’s your job to make sure they get it.“ „Die habens halt nicht kapiert.“ Diese Ausrede kommt bei mir auf der Beliebtheitsskala gleich nach „Meine Figur ist so komplex, die erschließt sich erst durchs Casting und meine Inszenierung!“)

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Comments 3

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    Ines

    @ Claus: Ob dieser Mensch einsam im Herzen war/ist kann ich nicht beurteilen. Interessant war dann aber, dass in einer Festivalkritik so etwas stand wie „The movie fails to connect with the audience.“ Leicht hatte ich mir die Entscheidung damals übrigens nicht gemacht, denn die Geschichte hielt ich für unglaublich wichtig, sowohl vom politischen als auch vom cineastsichen Standpunkt aus betrachtet. Aber die Zusammenarbeit funktionierte für mich unter den Voraussetzungen eben einfach überhaupt nicht.

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