Filmmaking Masterclass: Ein Erlebnisaufsatz

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Es passiert so viel, man kommt ja zu gar nichts. Zum Beispiel dazu Blogeinträge zu schreiben. Aber jetzt habe ich einen Schnupfen, es ist Sonntag und es regnet. Also erzähle ich euch ein bisschen davon was in den letzten Wochen passiert ist. (Achtung, es folgt ein längerer Erlebnisaufsatz. Holt euch eine Tasse Kaffee und macht es euch gemütlich.)

Das schönste Erlebnis war die Filmmaking Masterclass in Mallorca. (Und die anderen Neuigkeiten folgen in den nächsten Tagen.)

Filmmaking Masterclass Majorca 2012, © Sven Henig

Die Masterclass-Reihe unter der Leitung von Philip Bloom gibt es schon länger, sie fand gemeinsam mit den Veranstaltern Nino Leitner und Sebastian Wiegärtner bereits u.a. in Las Vegas und Key West statt. Dieses Mal lag der Schwerpunkt auf dem Thema Storytelling.

Weil ich als Tutorin zum Thema Geschichtenerzählen keine Lust auf eine „akademische“ Lecture hatte, trug ich ein Art Manifest mit 8 Punkten vor, zusammengestellt aus den Dingen die mir in 10 Jahren Berufserfahrung immer wieder untergekommen sind. „Keep your Ego out“, „What is your story about?“ und solche Dinge eben.

Und das scheint die richtige Strategie gewesen zu sein, wenn ich dem Feedback glauben kann. Diese Prinzipien sind nämlich allgemein gültig. Sie lassen sich auf Webdesign und Werbung genauso übertragen wie auf Fotografie. Und genau aus diesen Bereichen kamen die TeilnehmerInnen (wobei unter den 30 teilnehmenden Menschen gerade mal 3 Frauen waren, aber das ist ein anderes Thema). Kaum jemand kam aus dem Spielfilmbereich oder hatte eine klassische Filmakademieausbildung. Dafür waren diese Leute jung und alt, extrovertiert und ruhig, und hatten vorher die verschiedensten Berufe ausgeübt bevor sie zu Film und Video kamen. Und sie waren aus 14 Nationen und hatten damit die verschiedensten kulturellen Backgrounds. Ich habe selten drei Tage mit so vielen komplett verschiedenen und anfangs fremden Menschen so etwas wie Freundschaften geschlossen und jeden einzelnen als so bereichernd empfunden.

Filmmaking Masterclass Majorca 2012

Achso, eigentlich wollte ich ja vom Workshop erzählen: Am Tag 1 wurden nach einer Vorstellungsrunde, etwas Theorie und Hands-On am Equipment das u.a. Marcotec und Vitec zur Verfügung gestellt hatte, in Gruppen Geschichten erfunden. Die einzige Vorgabe war „Jemand findet eine Postkarte“. Am Tag 2 wurden diese Geschichten gedreht (jede Gruppe hatte eine/n profesionelle/n Darsteller/in), am Tag 3 geschnitten.

Einer der großen Momente war für mich das Ende von Tag 3, an dem die Filme in verschiedenen Schnittvarianten gescreent wurden. Gut 48 Stunden vorher gab es nichts – keine Ideen, keine Geschichten, nur 30 kreative Menschen in einem Raum. Zwei Tage später gab es mehrere Filme mit echten Geschichten. Obwohl ich meinen Beruf schon seit zehn Jahren mache, ist das für mich immer wieder ein Wunder: Aus dem Nichts entstehen Geschichten und Emotionen, und im Idealfall rühren diese paar Lichtpunkte auf der Leinwand etwas in einem an. Wie toll ist das denn, bitte?

Wir haben einen eigenen Vimeo-Kanal, auf dem alle Filme zu sehen sind – klickt euch doch mal durch. Wie die Stimmung hinter den Kulissen war könnt ihr außerdem in diesem Behind The Scenes Video von Roy Gabrielsen sehen:


Filmmaking Masterclass Majorca / Mallorca 2012 BTS from Roy William Gabrielsen on Vimeo.

Nachsatz: Generell war mein Tenor: Setzt euer Equipment und die Effekte so ein, dass sie der Geschichte dienen, und nie, damit ihr bloß euer „gear fever“ befriedigt. Für letzteres zahlt nämlich niemand Eintritt an der Kinokassa. Für ersteres schon. Allerdings muss ich zugeben, dass ich den ohne Hände lenkbaren Segway für Steadicamaufnahmen der Marcotec-Jungs schon sehr cool fand…

Filmmaking Masterclass Majorca 2012

p.s.: Ich habe hier meine Hipstamatic-Fotos in ein Flickrset raufgeladen.

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