ein leben in grün, forts.

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das lässt mich jetzt nicht mehr los: die sache mit der ökologie und dem image. weil ich, wie im letzten posting angemerkt, selbst so bin: uncoole sachen bereiten mir unbehagen. unbequeme dinge, die zu sehr in meinen alltag eingreifen, auch. ich bin da offensichtlich mit einem etwas geringen selbstbewusstsein und viel bequemlichkeit ausgestattet. (hey, jetzt mal ehrlich: bei wem ist das anders? nein, „ehrlich“ habe ich gesagt. na also.)

da ich ja nichts davon halte, mit zwang und dem plumpen moralischen zeigefinger zu arbeiten, sondern mit lust, spaß und intelligenz, stelle ich mir hiermit auch folgende aufgabe: ab jetzt werden „grüne“ seiten, ideen und produkte verlinkt, die ein image haben, das jenseits von selbstgestrickten pullovern, eigener ziegenhaltung und hippieskem kommunendasein (habe ich nun alle klischees erwischt?) liegt.

den anfang macht der no impact man. dabei handelt es sich um die website (in gutem design!) des autors colin beavan, der mit seiner kleinen familie in new york einen selbstversuch gesartet hat, im rahmen dessen er seinen umweltverschmutzenden einfluss auf null reduzieren will. und weil der mann schreiben kann, in new york wohnt und die seite insgesamt wirklich cool daherkommt, macht das ja schon mal einen ganz lässigen eindruck.

also, bitte unbedingt lesen und sich inspirieren lassen: no impact man.

jetzt weiter zu der massenmeldialen kommunikation: „the day after tomorrow“ hat gezeigt, dass man in einen klassischen katastrophenfilm durchaus eine ökologische botschaft verpacken kann, die nicht peinlich daherkommt. nicht zuletzt deshalb wird der film auch von greenpeace und anderen umweltorganisationen positiv diskutiert. (meine berufliche meinung ist zudem, dass er auch storytechnisch in relation zu anderen katastrophenfilmen positiv abschneidet. der anfang gibt offenbar relativ realistisch wieder, wie es forschern geht, die auf politischen gipfeln ihre ergebnisse präsentieren und ausgelacht werden. abgesehen von der unrealistischen zeitlichen abfolge im film gibt es dafür schöne figurenmomente, und auch nette politische seitenhiebe wie die szenen, in der die amerikaner nicht nach mexiko gelassen werden. in seinem genre ist „the day after tomorrow“ ein sehr gelungener film, finde ich.)

und was auch immer man von frank schätzings literarischem können halten mag – dass ein 1000 seiten starker ökothriller namens „der schwarm“ ein bestseller wird, obwohl er seitenweise nichts anderes tut als meeresbiologische fakten zu präsentieren, ist auch beachtlich.

dass eine dokumentation wie „an inconvenient truth“ ein großes publikum hat und einen oscar gewinnt ist allein schon wegen der aktuellen politischen lage in den usa ein triumph. und dass die österreichische dokumentation „darwin’s nightmare“ auf kluge (wenn auch etwas manipulative) weise die folgen des menschlichen eingriffs in die natur drastisch darstellt und damit auch publikum findet und haufenweise preise gewinnt, ist sehr gut.

es gibt sie also, die intelligenten und coolen seiten, filme und bücher im klimaschutz, die teilweise auch noch massenkompatibel sind. interessant ist für mich als dramaturgin natürlich auch, dass in allen diesen beispielen irgendwie geschichten erzählt werden. das scheint also ein wirksames mittel zu sein, botschaften emotional und faktisch zu vermitteln. sehr gut, weitermachen!

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