diverses

4 Comments

gestern in einem theaterstück: „why was i born beautiful – instead of sexy.“

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peter sellars fährt in wien u-bahn, sieht lustig und neugierig aus, ist klein gewachsen und hat x-beine.

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george tabori sitzt im flieger von berlin nach wien.

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auch wenn mir das keiner glauben möchte: wer als tv-autor sein handwerk beherrscht und dazu noch mit talent ausgestattet ist und mut (und pragmatik) besitzt, der kann es schaffen.

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keiner will jammernde drehbuchautorInnen beschäftigen, die sich beschweren, dass sie ihre familie nicht von ihrem autorendasein ernähren können, außer sie werden „schreiberlinge“ (das wort kam beim scriptforum mit abwertendem tonfall von einer autorin) bei einer tv-serie. werdet realistisch, leute. realistisch, was diese branche betrifft.

(anm.: nicht dass es unbedingt gutzuheißen wäre, dass man viel unbezahlte vorarbeit in form von drehbüchern, treatments, konzepten und musterskripten leisten muss, um den fuß in die türe zu bekommen. natürlich wäre es schön, wenn einen die produzenten bereits dafür bezahlen würden. aber es ist nun mal zur zeit nicht so. und die, die davon auf dauer leben können, haben eines gemeinsam: sie machen 80% fernsehen (serie, tv-movie, massenwirksame unterhaltung) und nur 20% andere dinge (kino bzw. je nach persönlicher definition „anspruchsvollere“ dinge) und haben damit kein problem (sic!). und sie können ihr handwerk. zumindest zeigt sich das in meinem umfeld, egal ob bei dramaturgInnen, kameraleuten, regisseurInnen oder eben autorInnen.)

(da könnte ich jetzt stundenlang weiterreden, zum beispiel über den unterschied zwischen problemorientiertem und lösungsorientiertem denken, und natürlich ist das alles komplex und nicht schwarz oder weiß. und natürlich gibt es auch dinge, die mich stören. und so weiter. trotzdem: go for it! aber bitte ohne narzissmen, dafür mit enthusiasmus und mit profunder marktkenntnis.)

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Inesdiverses
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Comments 4

  1. engl

    himmel, das löst ja gedankenlawinen aus, die leider nicht in diese kleine kommentarkiste passen. also nur soviel:
    auf jammern steht natürlich höchststrafe, sowieso. das ist das erste gebot. und autoren jeglicher couleur sollten tunlichst keine familien haben. denn am eigenen leben spart es sich doch allemal am skrupellosesten. merkt dann auch keiner, wenn man das erste gebot befolgt.

  2. Post
    Author
    ines

    ja, ich könnte da auch stundenlang drüber reden, lawinenartig ist das in der tat, und mit vielen „fürs“ und „widers“. aber mich ärgert es einfach, wenn man in der branche genug geld verdienen will, aber das, womit man genug geld verdienen kann, als „schund“ abtut, sich damit offensichtlich auch nicht näher auseinandersetzt, und darüber auch noch ignoriert, dass es nichts desto trotz solides handwerk braucht, um diesen „schund“ überhaupt schreiben zu können.
    (dass wir natürlich alle die realität gerne anders hätten als sie nun mal ist, steht auf einem weiteren blatt. aber die realität ist nun mal die realität.)

  3. engl

    ach ja, diese ewige diskussion um E und U. ein müßig ding, denn das eine ist wie das andere. und das andere braucht das eine, wie auch umgekehrt. wichtig ist vielleicht, den wechsel zu können, zwischen kopf- und bruststimme sozusagen. der schritt zwischen hirn und herz, ein schwellenmoment ohne realitätsverlust? andererseits rutscht man an dieser stelle allzuleicht in die lyrik, und die steht auf einem ganz anderen blatt. möglicherweise.

  4. gingerbox

    ich möchte nur sagen, jedesmal, wenn mir peter sellars über den weg läuft (zwischen phil und topkino meistens) freue ich mich so sehr, als wäre ich dem guten geist der stadt begegnet. schön deppert, aber wirklich wahr: ich freu mich über die bloße tatsache, dass er hier ist.

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