Diagonale: INSIDE AMERICA

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INSIDE AMERICA ist ein bemerkenswerter Film. Erstens traut sich nicht jede/r beim Abschlussfilm an der Filmakademie über einen Langfilm, und zweitens schon gar nicht über einen halbdokumentarischen Episodenfilm, der zur Gänze in Brownsville, Texas gedreht wurde.

Der Film begleitet einige Highschool Schüler durch ihren Alltag: Den Nerd, die Schönheitskönigin, den Gangbruder, den Patrioten. Dass es trotz der archetypischen Charaktere nicht ins Klischee abrutscht, liegt an der halbdokumentarischen Art des Films, an den improvisierten Szenen und den Laiendarstellern, die wohl Großteils ihr eigenes Leben nachspielen. Dass Barbara Eder selbst einmal in Brownsville gelebt hat, ermöglichte ihr wohl auch einen anderen Zugang zu den Menschen.

Die einzelnen Episoden haben untereinander keinen allzustarken roten Faden, aber ein großes und universelles emotionales Thema: Der Kampf um die persönliche Freiheit. Denn jede Figur hängt in einer Abhängigkeitssituation fest: Von Eltern, Lehrern, Arbeitgebern, Gangmitgliedern, Mitschülern. Und immer entlädt es sich in Aggression. Trotzdem ist der Film nicht restlos deprimierend, denn am Ende ist der komplette Absturz ausgeblieben und die meisten Charaktere konnten sich gerade noch am Status Quo festhalten und sind nicht ins Bodenlose abgerutscht.

INSIDE AMERICA von Barbara Eder ist wirklich ein ungewöhnliches und sehenswertes Langfilmdebut aus Österreich.

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