Diagonale: DAVID WANTS TO FLY

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DAVID WANTS TO FLY war einer der gehyptesten Dokumentarfilme auf der diesjährigen Diagonale. Die Prämisse klingt vielversprechend: Ein junger Filmemacher will sein Idol David Lynch treffen und mehr über dessen Vorliebe für Transzendentale Medidation erfahren. Je mehr er hinter die Kulissen blickt, umso mehr entdeckt er eine riesige Organisation, die Spenden im Sand verlaufen lässt und auch sonst mehr Schein als Sein bietet.

david wants to fly

Nun stehe ich ja mit meiner Meinung ziemlich alleine da, aber leider hat mich der Film nicht wirklich gepackt. Ich denke es liegt an mehreren Faktoren: Dass der Filmemacher sich und sein Privatleben zu einem zentralen Punkt der Dokumentation macht, ist gerade in Zeiten von Michael Moore und Konsorten ein legitimer Ansatz. Wieso aber z.B.  seine Liebesgeschichte so wichtig wurde habe ich nicht verstanden. Was wohl aus einem Grundproblem kam: Mir war immer wieder unklar, worum es in dem Film eigentlich tatsächlich geht. Um die Erkenntnis, dass die transzendentale Meditation in dem Fall von einer Sekte ausgeübt wird, die den Leuten das Geld aus der Tasche zieht (was meines Erachtens keinen wirklichen Neuigkeitswert hat)? Oder ist es ein Film über den Filmemacher, dem eine Illusion zerplatzt, als er erkennt, dass sich sein Idol David Lynch für eine Esoteriksache instrumentalisieren lässt? Oder geht es um das Privatleben des Filmemachers, das durch seine zunehmende Besessenheit mit Lynch und der Mediationssache in Mitleidenschaft gezogen wird? Mir kam vor, es geht um alles – und das war einfach zuviel und machte den Film in meinen Augen leider etwas verwaschen, und auch zu lang.

Außerdem – aber das ist jetzt wirklich etwas sehr Persönliches, denn außer mir ging es wohl niemandem so – glaubte ich dem Filmemacher irgendwie seine naive Grundhaltung nicht. „Oh, das ist ja eine Sekte!“ ist für mich keine bahnbrechende Erkenntnis bzw. wäre mir das zu einfach, damit 90 Minuten zu bestreiten. Da hätte es mich mehr interessiert, was es mit ihm persönlich macht, dass sein großes Vorbild so einer Sekte anhängt. Aber Geschmäcker sind verschieden und wie gesagt traf ich viele, denen genau diese naive Herangehensweise so gut gefiel.

Der Film hat – das muss man ihm lassen – einen gut vermarktbaren Hook und wird sicher sein Publikum finden. Nur mich persönlich hat er leider nicht wirklich umgehauen, obwohl ich es mir gewünscht hätte.

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