Der Pitch – Die Logline

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Die hohe Kunst des Pitchens ist eine gute Logline. Wie man die definiert ist unklar, jedenfalls sollte es ein möglichst fesselnder Ein- bis Dreizeiler sein, der die Geschichte bestmöglich anteasert.

Die Logline kann sich dabei auf den Plot beschränken: „Als die weltbekannte Schauspielerin X auf den Buchhändler Y trifft, stellt diese Begegnung sein Leben auf den Kopf. Und er versucht, eine unmögliche Liebe möglich zu machen.“

Oder sie gibt einen Eindruck über das emotionale Thema der Geschichte wider: XY ist ein Film über die Lust zu Leben im Angesicht des Todes. Oder: XY ist ein Film über die Suche nach Anerkennung in einer unmenschlichen Welt voller Kälte.

Wie man sieht, ist die letztere Version weniger konkret, dafür kürzer. Das emotionale Thema der Geschichte ist manchmal aber gerade im Anfangsstadium einer Stoffentwicklung noch schwer festzulegen. Trotzdem ist es immer lohnend, sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen.

Zum Finden des emotionalen Themas eignen sich Gegensatzpaare wie „Liebe vs. Hass“, „Vertrauen vs. Verrat“, „Ordnung vs. Chaos“. Das emotionale Thema löst die emotionale Verbindung des Zusehers mit der Geschichte und den Figuren aus. Es ist für mich eines der mächtigsten dramaturgischen Werkzeuge, die es gibt.

Hat man es mit einem Episodenfilm zu tun, so ist ein klares emotionales Thema besonders wichtig, da sonst die Geschichte unweigerlich auseinander fällt.

Sollte beim mündlichen Pitch vom Gesprächspartner der berühmte Satz kommen „Und worum geht es bei der Geschichte eigentlich?“ – zum Beispiel nachdem man sich im äußeren Plot verzettelt hat – ist es fast immer das emotionale Thema der Geschichte gefragt.

Aber Achtung: Bitte nicht irgendetwas hinschreiben, nur weil es gut klingt. „Ein Film über Liebe, Hoffnung und den Tod“ macht sich vielleicht auf den ersten Blick gut, aber es ist so unspezifisch, dass damit alles und nichts gemeint sein kann. Das Ergebnis ist Beliebigkeit, und das ist keine gute Ausgangsbasis für einen erfolgreichen Pitch.

Wichtig ist, dass die Synopsis auch das hält was die Logline verspricht. Das betrifft auch den Tonfall. Wenn mir jemand ein Drama mit deprimierendem Ende erzählt und dann anmerkt, dass es aber auf keinen Fall ein typischer österreichischer Feel Bad Film werden soll, stimmt etwas nicht. Und das merkt der Gesprächspartner und auch der Leser ganz bestimmt.

Also gilt auch hier: Wahrhaftig sein!

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