Weekend Links (heute mit kreativen Umwegen)

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Heute lege ich euch einen besonderen Podcast ans Herz, und zwar die Cast Mates. Dahinter stecken Gregor Csarmann und Chris Dohr, zwei Filmfanatiker aus Wien. Sie laden regelmäßig Menschen aus dem Filmbereich ein und sprechen mit ihnen über Filme und vieles andere.

Letzte Woche war der junge Autorenfilmer Gregor Schmidinger zu Gast, mit dem ich gerade an seinem sehr spannenden Debutlangfilm #NEVRLAND arbeite. Hier ist der Podcast:

Gregor erwähnt in dem Podcast etwas sehr Spannendes, nämlich dass die langen Dialoge bzw. Monologe der Figuren in den ersten Drehbuchfassungen für ihn ein Teil einer Suche waren. Sie dienen dazu, die Themen einzugrenzen, die die Figuren bewegen, und die Sprache der Menschen auf dem Papier zu finden. Das ist ein Prozess, den ich eigentlich bei allen AutorInnen beobachte, die zum ersten Mal ein Langfilmdrehbuch schreiben. Manche brauchen denselben Vorgang für die Struktur, oder um das eigentliche emotionale Thema der Geschichte zu finden.

Aber zurück zum Podcast: Ich bin von dem Prozess nicht genervt, wie es Gregor im Podcast befürchtet. Ehrlich gesagt gibt es aber Momente, in denen ich mich hilflos führen, weil ich weiß, dass die AutorInnen selbst entdecken müssen, was eigentlich dann später zur Geschichte gehören muss, und was sie nur für die Suche brauchen. Ich kann nur immer wieder auf bestimmte Dinge hinweisen. Aber ich muss abwarten, bis sich die Geschichte in den AutorInnen zusammensetzt. Ich werde ml ein eigenes Blogpost darüber schreiben, denn das ist eine wirklich spannende Angelegenheit.

Ich war übrigens selbst auch schon mal Gast bei den Cast Mates. Es war ein sehr interessantes Gespräch, das ihr hier nachhören könnt:

Achso, und weil wir schon bei Podcasts sind: Im generell guten Podcast „Stichwort Drehbuch“ des Verbands deutscher Drehbuchautoren war Anke Lutze zu Gast, die über ihre Arbeit bei der Daily Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ spricht. Das ist wirklich sehr, sehr interessant. Dringende Wochenendhörempfehlung!

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InesWeekend Links (heute mit kreativen Umwegen)

DER STILLE BERG im echten Leben

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Ich gehe ja eigentlich nicht gerne auf Flohmärkte. Aber ich mag alte Fotos und Postkarten, weil ich sie gerne ansehe und manchmal auch als Inspiration für kreative Schreibübungen in meinen Workshops verwende. Deswegen wühle ich mich dann doch durch diverse Kisten.

Beim letzten Mal machte ich einen besonderen Fund: Es war eine Postkarte vom Monte Piano dabei, dem Hauptschauplatz des Films DER STILLE BERG, dessen Entstehung ich etwas als Dramaturgin begleitet habe. Die Dolomiten waren im ersten Weltkrieg eine sehr harte Front zwischen den Italienern und Österreichern. Familienmitglieder waren ab Mai 1915 plötzlich offiziell Feinde, Berggipfel wurden mitsamt den Menschen in den Stellungen darauf weggesprengt, viele fielen der Natur zum Opfer.

Alles das liegt für mich ein bisschen in dieser Postkarte von 1915/16.

Monte Piano, Postkarte, 1914/15

Monte Piano, Postkarte, 1915/16

Monte Piano, Postkarte Rückseite, 1914/15

Monte Piano, Postkarte Rückseite, 1915/16

Außerdem habe ich diese beiden Feldpostkarten von 1916 bzw. 1918 gefunden.

montepi003 montepi004 montepi005

Feldpost, 1. Weltkrieg

Feldpost, 1. Weltkrieg

Apropos lebendige Geschichte: Die europäische Koproduktion 14 TAGEBÜCHER DES ERSTEN WELTKRIEGES macht die Schrecken dieses Krieges für die Menschen an der Front und zu Hause besonders lebendig. Die Serie wird zur Zeit auf ORFIII wiederholt.

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