Meine Diagonale 2016. Mit Snapchattagebuch.

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Kino, Kino, Kino. Gespräche. Tanzen. Schlafen. Kino, Kino. Essen. Kino. Tanzen. Gespräche. Neue Menschen kennenlernen. Gute Freunde wiedersehen. Kurz schlafen. Kino, Kino, Kino, Kino. Essen. Schlafen. Kino, Kino. Party. Schlafen. Zug.

Es waren viele Filme, es war intensiv, und es war großartig. Was bei mir von der Diagonale 2016 hängen geblieben ist, lest ihr jetzt. In einem sehr langen Blogpost mit einem Video am Ende. Macht euch eine Tasse Tee, schenkt euch ein Glas Wein oder Champagner ein, trinkt ein Bier. Los gehts. (Wenn ihr auf der Bloghauptseite seid: Klickt hier rechts auf das kleine pinke Dreieck mit dem Plus drin, dann öffnet sich der ganze Artikel.)

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InesMeine Diagonale 2016. Mit Snapchattagebuch.

DIAGONALE Webnotizen: Katharina Mückstein

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Auf der Website des DIAGONALE Filmfestivals gibt es die sogenannten „Webnotizen„, wo österreichische FilmemacherInnen über Aspekte ihrer Arbeit schreiben.

Diesesmal ist Katharina Mückstein, Autorin und Regisseurin von TALEA, an der Reihe. Sie schreibt über die Arbeit vor der ersten Drehbuchzeile (und die Dramaturgin, die sie im Text erwähnt, bin vermutlich ich…).

© Katharina Mückstein

Ich beginne bald mit Katharina an ihrem nächsten Projekt zu arbeiten und freue mich schon sehr darauf.

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InesDIAGONALE Webnotizen: Katharina Mückstein

Diagonale: KURZFILME

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In den Kurzfilmprogrammen sind mir folgende Arbeiten aufgefallen:

MARIE ist ein expressiver Film über die (Alp-)Traumbilder der Protagonistin Marie, die man in verschiedenen Altersstufen begleitet. Was mich am meisten fasziniert hat war die Allgemeingültigkeit der Bilder und wie ihre Alptraumhaftigkeit hervorgerufen wird. Dass sich das da auf der Leinwand genauaso anfühlt wie ein böser Traum von mir, auch wenn die Bilder an sich sehr anders sind als meine.

marie

(Das ganze ist für mich sehr schwer zu beschreiben, ich schlage vor ihr seht euch den Film an, falls er einmal in eurer Nähe läuft.)

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Ein weiterer Kurzfilm, den ich mochte war INGRID von Marie Kreutzer. Zwei Frauen treffen sich in einem Schlafzimmer. Eine fährt weg, die andere weiß nicht ob sie mit möchte oder hier bleibt. Die eigentliche Geschichte spielt – wie so oft bei Marie Kreutzer – zwischen den Zeilen, sie äußert sich in den kleinen Momenten. Fragen der Beziehung werden angetippt, wieder fallengelassen, stehen zwischen den beiden.

ingrid

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Und dann gab es noch ELEFANTENHAUT von Severin Fiala und Ulrike Putzer. Der Film erzählt fast dokumentarisch den Alltag der Arbeiterin Elfi, die sich gemeinsam mit einer Hilfskraft um ihre kranke störrische Mutter kümmert. Als sie dem Alltag einmal kurz zu entfliehen, eskaliert der Alltag. Und Elfi bewahrt sich trotzdem ihre Würde.

ELEFANTENHAUT ist ein sehr leiser und intimer Film, der einen trotz der dokumentarisch-beobachtenden Kamera nicht außen vor lässt sondern in Elfis Gefühlswelt hineinzieht. Eine kleine Alltagsgeschichte mit überbordenden Gefühlen, eigentlich. Aber das merkt man erst hinterher, und genau darin liegt für mich eine der Stärken des Films.

elefantenhaut

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InesDiagonale: KURZFILME

Diagonale: SOUTH

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Neben INSIDE AMERICA ist SOUTH von Gerhard Fillei und Joachim Krenn ebenfalls ein österreichischer Film, der zur Gänze in Amerika gedreht wurde. Nur dauerte es bei SOUTH 12 Jahre, bis der Film endlich auf der Leinwand zu sehen war.

SOUTH erzählt eine komplexe episodische Geschichte zwischen Thriller, Film Noir und Personal Drama. Es geht um einen Überfall, ein weit zurückliegendes Geheimnis und um die Sehnsucht nach dem Süden. Der Fairness halber muss ich sagen, dass ich mit dem Projekt bereits vor ca. einem Jahr einmal befasst war, als man mich um eine Begutachtung einer früheren Schnittfassung bat. Was heißt, dass ich inhaltlich vorbelastet war, als ich jetzt die Premiere sah. Zwischen der Fassung die ich gesehen habe und der Kinoversion hat sich tatsächlich einiges geändert. Obwohl der Film meiner Meinung nach an einigen Stellen immer noch zu komplex bzw. zu wenig fokussiert ist, setzt sich der narrative rote Faden jetzt besser durch.

Die größte Stärke des Films ist meiner Meinung nach aber die atmosphärische Dichte, und zwar sowohl auf der Bild- als auch auf der Tonebene. Der ganze Film ist wie ein Stream Of Consciousness, der einen in den Kopf des Protagonisten hineinzieht. Nicht zuletzt deshalb hat der Film auch heuer den Schnittpreis der Diagonale bekommen.

Hier ein Interview mit den Regisseuren:

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InesDiagonale: SOUTH

Diagonale: INSIDE AMERICA

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INSIDE AMERICA ist ein bemerkenswerter Film. Erstens traut sich nicht jede/r beim Abschlussfilm an der Filmakademie über einen Langfilm, und zweitens schon gar nicht über einen halbdokumentarischen Episodenfilm, der zur Gänze in Brownsville, Texas gedreht wurde.

Der Film begleitet einige Highschool Schüler durch ihren Alltag: Den Nerd, die Schönheitskönigin, den Gangbruder, den Patrioten. Dass es trotz der archetypischen Charaktere nicht ins Klischee abrutscht, liegt an der halbdokumentarischen Art des Films, an den improvisierten Szenen und den Laiendarstellern, die wohl Großteils ihr eigenes Leben nachspielen. Dass Barbara Eder selbst einmal in Brownsville gelebt hat, ermöglichte ihr wohl auch einen anderen Zugang zu den Menschen.

Die einzelnen Episoden haben untereinander keinen allzustarken roten Faden, aber ein großes und universelles emotionales Thema: Der Kampf um die persönliche Freiheit. Denn jede Figur hängt in einer Abhängigkeitssituation fest: Von Eltern, Lehrern, Arbeitgebern, Gangmitgliedern, Mitschülern. Und immer entlädt es sich in Aggression. Trotzdem ist der Film nicht restlos deprimierend, denn am Ende ist der komplette Absturz ausgeblieben und die meisten Charaktere konnten sich gerade noch am Status Quo festhalten und sind nicht ins Bodenlose abgerutscht.

INSIDE AMERICA von Barbara Eder ist wirklich ein ungewöhnliches und sehenswertes Langfilmdebut aus Österreich.

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InesDiagonale: INSIDE AMERICA

Diagonale: DAVID WANTS TO FLY

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DAVID WANTS TO FLY war einer der gehyptesten Dokumentarfilme auf der diesjährigen Diagonale. Die Prämisse klingt vielversprechend: Ein junger Filmemacher will sein Idol David Lynch treffen und mehr über dessen Vorliebe für Transzendentale Medidation erfahren. Je mehr er hinter die Kulissen blickt, umso mehr entdeckt er eine riesige Organisation, die Spenden im Sand verlaufen lässt und auch sonst mehr Schein als Sein bietet.

david wants to fly

Nun stehe ich ja mit meiner Meinung ziemlich alleine da, aber leider hat mich der Film nicht wirklich gepackt. Ich denke es liegt an mehreren Faktoren: Dass der Filmemacher sich und sein Privatleben zu einem zentralen Punkt der Dokumentation macht, ist gerade in Zeiten von Michael Moore und Konsorten ein legitimer Ansatz. Wieso aber z.B.  seine Liebesgeschichte so wichtig wurde habe ich nicht verstanden. Was wohl aus einem Grundproblem kam: Mir war immer wieder unklar, worum es in dem Film eigentlich tatsächlich geht. Um die Erkenntnis, dass die transzendentale Meditation in dem Fall von einer Sekte ausgeübt wird, die den Leuten das Geld aus der Tasche zieht (was meines Erachtens keinen wirklichen Neuigkeitswert hat)? Oder ist es ein Film über den Filmemacher, dem eine Illusion zerplatzt, als er erkennt, dass sich sein Idol David Lynch für eine Esoteriksache instrumentalisieren lässt? Oder geht es um das Privatleben des Filmemachers, das durch seine zunehmende Besessenheit mit Lynch und der Mediationssache in Mitleidenschaft gezogen wird? Mir kam vor, es geht um alles – und das war einfach zuviel und machte den Film in meinen Augen leider etwas verwaschen, und auch zu lang.

Außerdem – aber das ist jetzt wirklich etwas sehr Persönliches, denn außer mir ging es wohl niemandem so – glaubte ich dem Filmemacher irgendwie seine naive Grundhaltung nicht. „Oh, das ist ja eine Sekte!“ ist für mich keine bahnbrechende Erkenntnis bzw. wäre mir das zu einfach, damit 90 Minuten zu bestreiten. Da hätte es mich mehr interessiert, was es mit ihm persönlich macht, dass sein großes Vorbild so einer Sekte anhängt. Aber Geschmäcker sind verschieden und wie gesagt traf ich viele, denen genau diese naive Herangehensweise so gut gefiel.

Der Film hat – das muss man ihm lassen – einen gut vermarktbaren Hook und wird sicher sein Publikum finden. Nur mich persönlich hat er leider nicht wirklich umgehauen, obwohl ich es mir gewünscht hätte.

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Diagonale: LA PIVELLINA

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Nach Erfolgen in Cannes, der Teilnahme als Eröffnungsfilm bei der Viennale und vielen weiteren Festivalscreenings und -preisen hat LA PIVELLINA von Tizza Covi und Reiner Frimmel nun den Diagonale Spielfilmpreis gewonnen. Und zwar völlig zurecht, wie ich finde.

LA PIVELLINA ist ein halbdokumentarischer Film, in dem Laien mitspielen. Es geht um eine Frau, die auf einem Spielplatz zufällig ein kleines Mädchen ohne Eltern findet. Sie nimmt sie bei sich und ihrer Familie auf, in eine Runde von Schaustellern, die in Containern und Wohnwägen auf einem Abstellplatz in Rom hausen. Es ist eine Beziehung auf Zeit, die alle Beteiligten mit dem kleinen Mädchen eingehen.

Der rote Faden der Geschichte – Woher kommt das Mädchen, wie lange kann es bleiben, was sind die Konsequenzen für die Familie, die die Kleine aufnimmt? – bleibt immer wieder stark im Hintergrund. Stattdessen sieht man Vignetten des Familienalltags – der Ehemann, der dem jungen Tairo Boxunterricht gibt, Tairo, der mit dem kleinen Mädchen spielt, der Alltag der Familie. Dass die Geschichte trotzdem nicht auseinanderfällt liegt wohl an dem starken emotionalen Thema, das alle Szenen durchzieht, selbst wenn sie nicht direkt mit den oben genannten Fragen zu tun haben. Es geht schlichtweg um Nächstenliebe, in all ihren Facetten. Und letztlich ist der Auslöser der Geschichte ja auch von Nächstenliebe getrieben, denn sonst würde die Frau das Mädchcen erst gar nicht aufnehmen.

Beim Publikumsgespräch fragte jemand, wieso die FimemacherInnen nur die schönen Seiten des Alltags der Familie gezeigt hätten. Dabei ist es genau das, was so erlösend ist: Dass jemand einen tristen Schauplatz endlich mal nicht mit tristen Geschichten zu toppen versucht, sondern den Blick auf die kleinen und schönen Dinge legt, die man (gerade im österreichischen Arthousefilm) sonst gerne übersieht.

Bei uns in Österreich ist der Film schon gelaufen, in Deutschland läuft LA PIVELLINA am 27. Mai 2010 an.

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InesDiagonale: LA PIVELLINA

Diagonale: RAMMBOCK

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Meine erster Film auf der heurigen Diagonale ist RAMMBOCK von Marvin Kren und Benjamin Hessler. Bereits im Vorfeld von mehreren Seiten empfohlen, hielt der Film was der Hype verspricht: Ein kleiner, sehr gut umgesetzter Zombiefilm. Wenig Budget, kurze Drehzeit, entstanden im Rahmen des Kleinen Fernsehspiels.

Was für mich das eigentlich Interessante ist: Wie die Geschichte mit Versatzstücken des Genres spielt und trotzdem was eigenes daraus macht. Und wie dicht und gekonnt das Drehbuch gestrickt ist. Eigentlich geht es in RAMMBOCK um eine große Liebe. Die Hürde für diese Liebe sind plötzlich auftauchende Zombies. Ab dann folgt alle paar Miunten ein neuer Storybeat, immer wieder unvorhersehbar, aber nie unplausibel (nunja, sofern man bei Zombies grundsätzlich von Plausibilität sprechen kann…).

Außerdem finde ich die Besetzung herausragend. Die Hauptrolle spielt Michael Fuith, den ich glaube ich zum ersten Mal vor einigen Jahren in KOTSCH gesehen habe, und dann in den Filmakademie Abschlussfilmen DAS GROßE GLÜCK SOZUSAGEN und RIMINI.

Im Laufe der Geschichte bekommt er einen Sidekick, gespielt von Theo Trebs, der in DAS WEISSE BAND den Sohn vom Gutsverwalter spielte. Beide sind großartig, sprachlich kommt man mit wenig Dialogen aus, und wenn gesprochen wird, dann darf der Österreicher österreichisch sprechen, was man ja sonst im deutschen Fernsehen schon vollkommen verlernt hat.

Hier noch ein Interview mit den Filmemachern bei der Diagonale:

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InesDiagonale: RAMMBOCK