Der Berg

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Im Sommer 2018 war ich für zwei Wochen gleich ums Eck von der Haindlkarhütte im Nationalpark Gesäuse einquartiert, weil ich das Medienstipendium der Nationalparks Austria bekommen hatte. Ich habe hier im Blog aber noch nie darüber geschrieben. Seltsam eigentlich, weil mich diese zwei Wochen sehr geprägt haben. Aber vielleicht ist genau das der Grund. Erlebnisaufsätze greifen nicht immer auf die Emotionen zu, um die es eigentlich geht.

In diesen Tagen denke ich wieder viel an die Berge, und an meine Zeit dort oben. Ich habe eine veritable Sehnsucht nach der unberührten Natur entwickelt, seit ich die meiste Zeit hier in der Wohnung sitze. Vielleicht ist das der Grund, wieso ich einen der beiden Texte, die damals entstanden sind, wieder aus der Schublade geholt habe. Er heißt „Der Berg“. Ihr könnt ihn weiter unten nachlesen. Falls ihr nicht so lange auf den Bildschirm starren wollt, könnt ihr ihn auch als Audiofile anhören, oder auf Youtube zu meiner Stimme einige meiner Fotos ansehen.

Und bevor es lossgeht, bedanke ich mich nochmal bei Andi Hollinger für die Organisation, und beim „Steindolmetscher“ Wolfgang Riedl, der mir beigebracht hat, die Berge zu lesen.

„Der Berg“ zum Hören und Sehen

„Der Berg“ Anhören (Text und Stimme: Ines Häufler)
„Der Berg“ zum Hören und Sehen (Text, Stimme und Fotos: Ines Häufler)

„Der Berg“

Prolog

Die Haut des Berges faltet sich.

Sie bricht und bekommt Kratzer,
und sie trägt fremde Zeichen aus ganz alten Zeiten.

Sie runzelt und kantet.
Sie baut Schichten und wird zerrieben.
Sie stapelt aufeinander und lässt los.
Sie hat Kerben und Risse.
Sie ist chaotisch und geometrisch.
Ist porös und fest.
Ist grau, weiß, gelb und rot.
Aus Sand und Kalk.
Ist gebrochen und gerundet.
Ist kantig und weich.

Ist uralt gewachsen und frisch geformt.

Der Berg denkt zurück

Der Berg spricht nicht.

Er träumt gerade vom Wasser. Von dem Tosen der Wellen über ihm. Von der heißen Lava an seinen Füßen.
Er erinnert sich an die sanften Bewegungen der Meerestiere auf seiner Haut. Manche haben dort gewohnt, gemeinsam mit den Pflanzen.

Später träumt der Berg von der Wärme, als es um ihn heller wurde, und das Wasser über ihm sank.
Als sich die Tiere in ihm eingegraben haben.
Als sie verwachsen sind mit ihm, bis ihre Spuren in seinem Inneren verschwanden.

Jetzt träumt der Berg von dem Augenblick, als sein Kopf zum ersten Mal ins Freie schaute.
Als er begriff, dass es eine Sonne gab – die Füße im Wasser, sein Gipfel immer höher in der Luft. Als er das erste Mal spürte, was trocken bedeutet, und Hitze.

Der Berg denkt zurück an das Knirschen und Knacken, an das Schieben und Zerren.
Er erinnert sich an das Wachsen nach oben, aus dem Wasser heraus, als sich das Rauschen der Wellen immer weiter entfernte.
Die in ihm eingeschlossenen Tiere strecken sich mit ihm hinauf. Sie wohnen jetzt in ihm, für immer, oder bis er sie wieder freilassen kann.

Der Berg vermisst die Wellen und die Geräusche des Meeres.

Manchmal lässt er ein Wasser in seinem Inneren plätschern. Ein Echo der uralten Ozeane. Das beruhigt ihn.

Der Berg friert

Der Berg träumt vom Eis. Das ist kein schöner Traum.

Es drückt und es reißt, er stemmt sich dagegen.
Er wird überrollt,
abgerieben,
und verformt.
Gepresst
und geschliffen.

Immer wieder in neue Formen gebracht, die er nicht selbst gewählt hat.

Er hält dagegen, aber die Kräfte sind stark, genau wie die Kälte. 
Irgendwann lässt er sich gehen, er gibt seine oberen Schichten hin.

Jetzt steht alles still. In einer kurzen Ewigkeit eingefroren.

Die Geräusche verstummen, nur in seinem Inneren knarzt es und drängt, und es quetscht. Bis auch das aufhört.

Irgendwann dringt das Außen wieder zu ihm vor. Die Laute der Tiere und Pflanzen wecken ihn auf. Und dem Berg fällt wieder ein, was Wärme bedeutet.

Der Berg hat jetzt Menschen

Die Sprache des Berges ist alt. Die Menschen verstehen sie nicht.
Sie erschrecken vor seinem Grollen, und fliehen vor dem Steinschlag.
Dabei will er meistens nur warnen. Und manchmal auch spielen.

Wenn es ihm zu viel ist, will er weniger werden. Dann wirft er Ballast ab. Manchmal will er sie halten, die Steine, aber sie rollen schon weg.

Sein Gedächtnis ist brüchig. Nur selten erinnert er sich noch an die Momente seiner Geburt.

Dem Berg fallen jetzt eher die jüngeren Zeiten ein.
Wie es sich anfühlt aufgebohrt zu werden und abgeschürft.
Wie sie in sein Innerstes vordringen.
Wie sie sich auf ihm festhaken, seine Spitzen abtragen, fremde Gegenstände auf ihm befestigen.
Ihn belagern und belärmen, in der Luft über ihm, auf seiner Haut, in ihm drinnen.

Das Beenden seiner Stille.

Der Berg sitzt es aus. Er wartet bis die Menschen vergehen.

Manchmal sieht er den Einzelnen zu, die mühsam auf ihn steigen. Und denen, die von ihm stürzen.
Sie sagen: „Der Berg ruft!“.
Der Berg schweigt. Und er wartet.

In letzter Zeit ist er oft müde und passt nicht mehr auf.
Er lässt das Wasser fließen, die Steine rollen.

Nur manchmal, da hofft er auf eine Ankunft, mit der neue Begleiter kommen. Die nicht über ihn, sondern mit ihm sprechen.

Der Berg atmet durch

Der Berg ist ganz ruhig.

Seit der Lärm innen und außen verstummt ist, fühlt er sich kräftiger.

Irgendwann waren sie weg, die Menschen, und langsam kam seine Erinnerung zurück. Durch die Töne von Wind und von Schnee, und das Gefühl von sonniger Hitze. Und durch die vertrauten Geräusche der Tiere.

Der Berg kann wieder klar denken. In seinen Träumen besuchen ihn die Wellen und Fische.

Selbst wenn es um ihn herum stürmt, bleibt seine Ruhe bestehen.

Der Berg atmet durch und lässt sich sacken.

Die Ankunft

Der Berg versteckt sich in den Wolken und beobachtet.

Die Aeronauten sind vorsichtig. Sie steigen aus dem Fluggerät und sehen sich um. Dann bringen sie glänzende Detektoren auf der Felswand an. Ganz leise, die Handgriffe sitzen.

Sie scharren eine Grube in das Geröll. Gemeinsam heben sie einen langen, weichen Gegenstand aus ihrem Fluggerät und legen ihn hinein. Dann begießen sie ihn mit einer Flüssigkeit.

Der Berg ist wachsam. Er horcht und er spürt.

Die Aeronauten warten.

Dem Berg kommt eine dunkle Erinnerung an frühere Besucher. Er versucht zu verstehen: Freund oder Feind?
Er schiebt seine Steine um den fremden Gegenstand, er verschluckt und prüft ihn.
Der Berg hört die Erinnerungen, die ihm der Gegenstand sendet. Sie kommen von sehr weit her. Aber auch sie handeln von Geburt und von Stille, von Tumult und Vergehen. Er kennt die Gefühle, auch wenn die Geschichten, die ihm der Gegenstand schickt, ganz anders aussehen als seine.

Der Berg entscheidet sich: Freunde.
Er öffnet sich.

Die Aeronauten betreten die Höhle knapp unter dem Gipfel. Sie verstehen den Berg, und er erlaubt ihnen zu bleiben. Das ist der erste Kontakt.

Der Berg hofft: Dieses Mal wird es anders.
Dieses Mal werden sie mit ihm sprechen, und nicht nur über ihn.

Die Aeronauten hören zu.

Der Berg erzählt seine Geschichte.

Prolog (© Ines Häufler)
Der Berg denkt zurück (© Ines Häufler)
Der Berg friert (© Ines Häufler)
Der Berg hat jetzt Menschen (© Ines Häufler)
Der Berg atmet durch (© Ines Häufler)
Die Ankunft (© Ines Häufler)

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InesDer Berg

Una

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Kurhotel Semmering, Foto: Ines Häufler

Kurhotel Semmering, Foto: Ines Häufler

Das ist Una, der Geist des alten Jahres. Bald wird sie dort sein, wo die Geister aller vergangenen Jahre leben. Man möchte meinen, dass es da inzwischen etwas eng wird, aber das stimmt nicht. Warum das so ist, weiß Una auch nicht. Aber man muss ja nicht alles verstehen. Das ist übrigens eine der Sachen, die sie in den letzten Monaten gelernt hat.

Una erinnert sich noch genau an den Geruch des frischen Jahres. Nein, es riecht nicht nach verbrannten Böllern. Es hat nach Neubeginn gerochen. Danach, was die Menschen spüren, bevor es zu schneien beginnt. Wenn sie ihre Nasen in die kalte Luft strecken, tief einatmen, und dann mit einem wissenden Blick sagen „Es riecht nach Schnee“. Una findet, dass das neue Jahr nach Erwartung riecht, mit ein wenig Vorfreude darin und ein bisschen Hoffnung.

Brijuni, Foto: Ines Häufler

Brijuni, Foto: Ines Häufler

Jetzt denkt Una daran, wie gut sich die ersten Monate angefühlt haben. Jeden Tag neue Orte und neue Menschen, das war sehr aufregend – eine große Entdeckungsreise. Bis Una herausgefunden hat, wie sich Erschöpfung anfühlt. Da ist sie dann weniger schnell gereist und auch ein paar Mal stehen geblieben, damit sie sich von der warmen Sonne durchleuchten lassen kann.

In den letzten Monaten ist Una langsamer geworden, und stiller. Sie hat jetzt die Berge für sich entdeckt. Besonders gern mag sie den Nebel. Wie er kommt, sich verändert und dann wieder verschwunden ist. Una merkt, dass sie mit dem Nebel einiges gemeinsam hat. Das findet sie schön.

Weissensee, Foto: Ines Häufler

Weissensee, Foto: Ines Häufler

Was hüpft da durch die Luft? Una sieht nicht mehr so gut wie früher. Aber die Bewegung erinnert sie an etwas. An etwas von ganz früher. Genau, das muss das Neue Jahr sein. Una richtet sich auf und will es rufen. Sie muss dem Neuen Jahr von ihren Erlebnissen erzählen. Aber nein. Es ist besser, das Neue Jahr entdeckt die Welt und ihre Menschen selbst. Damit es seine eigenen Erinnerungen sammeln kann.

Una sieht sich noch einmal die Landschaft an. Sie lehnt sich zurück. „Ich glaube, es riecht nach Schnee“, sagt sie, und schließt sie Augen.

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InesUna

Über Komfortzonen und die Frage, was ein Hobby ist

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In den letzten Jahren (und vor allem in den letzten Monaten) habe ich ziemlich viele Dinge zum ersten Mal in meinem Leben gemacht. Das ist mir dabei aufgefallen:

1. Freelance = freie Zeiteinteilung. Wirklich.

Seit 15 Jahren arbeite ich ausschließlich freiberuflich. Wenn ich eine Deadline erreiche, mache ich nachher worauf ich gerade Lust habe. Ich gehe zum Beispiel ins Museum. Oder ich probiere was ganz Neues aus, auch wenn es Mittwoch nachmittags ist und angestellte Menschen in der Zeit noch im Büro sitzen. Das darf ich nämlich (es war mir nur nicht immer klar).

2. Die Komfortzone ist das beste, was es gibt

Fast alles von dem Neuen, das ich in den letzten Monaten gemacht habe, lag außerhalb meiner Komfortzone. Laufengehen zum Beispiel. Oder Aktzeichnen. Und auch ein paar wichtigere berufliche Dinge. Und soll ich euch was sagen? Dieser Spruch „life begins at the end of your comfort zone“ – ich finde, der ist Bullshit.

Echt jetzt – selten war ich so gestresst wie in der Zeit, als ich mich ständig mit etwas Neuem konfrontiert habe. Kennt ihr das Gefühl, denn die tiefen Glocken vom Krampus in der einsamen verschneiten Gasse näher kommen und man Angst hat, dass er einen gleich verhaut? So war das manchmal für mich. Gut, es gab Nuancen. Berufliche neue Dinge wiegen schließlich mehr als die Frage, ob ich beim Aktzeichnen die Zehen richtig gezeichnet habe (Fun Fact: Füße und Zehen sind ganz schön schwer zu zeichnen).

Ich zelebriere inzwischen meine Komfortzone. Sie ist mein sicherer Hafen, und sie rockt; das Leben in ihr ist fantastisch. Ohne sie könnte ich nämlich gar nichts außerhalb zustande bringen. So, jetzt wisst ihr bescheid.

3. Nicht alles muss sofort zum Projekt werden

Neulich sitze ich so mit einer Freundin zusammen, die auch gern neue Sachen ausprobiert. Und da erzählt sie mir von der Erkenntnis, dass nicht alles, was einem gefällt, gleich zum eigenen Projekt werden muss. Und schon gar keines, das man eventuell monetarisieren kann. Und ich trinke einen Schluck Bier und denke mir: Erwischt. Ich mache das nämlich ständig.

Aber Moment, eigentlich finde ich das richtig gut. Viele Kreative aus meinem Umfeld denken überhaupt nicht unternehmerisch, die meisten sind aber in einer präkeren finanziellen Situation. Das Ausrechnen von adäquaten Stundensätzen, das Nachdenken über Geschäftspläne, und ein selbstverständlicher Umgang mit den Themen Geld und wie man im kreativen Sektor an welches kommt finde ich überlebensnotwendig. Bloß ist es verpönt – man wolle sich nicht prostituieren, ausverkaufen und einem Kapitalismus und Markt unterwerfen, der die Kreativität abtöte. Was ich daran alles falsch finde, ist einen eigenen Blogartikel wert. Aber zurück zum Thema.

Die Glühbirne, die über meinem Kopf während des Gesprächs angegangen ist, leuchtet immer noch. Wenn man alles als Projekt sieht, gibt es irgendwann nichts mehr, das man nur aus Spaß an der Freud‘ macht. Ich behandle wirklich fast alles, das ich ausprobiere, wie ein potentielles Business. Das führt manchmal zu neuen Standbeinen (yay!), aber oft auch zu gefühlten Verpflichtungen, und dann wird es schnell stressig (meh!).

Conclusio: Manche Sachen sind am besten, wenn sie ein Hobby bleiben. Deal with it, Ines.

4. Fokus!

Die letzten Monate waren so, als würde ich in einem riesigen Sandkasten sitzen und ständig von einem neuen Spielzeug abgelenkt werden, mit der ich eine noch leiwandere Sandburg bauen kann. Und die Arbeit zum Geldverdienen lief auch noch parallel mit. Eine zeitlang ist das sehr lässig, aber irgendwann wird es ganz schön anstrengend.

„Fokus, Ines, Fokus!“ habe ich mir jetzt gesagt. Und den lege ich einerseits auf meine Arbeit mit der ich Geld verdiene, und dann noch auf etwas anderes, über das ich schreibe, wenn absehbar ist, was daraus wird. Sandburgen baue ich nur mehr zum Spaß, und vorerst mal ohne Businessplan.

Und jetzt interessiert mich, wie das bei euch ist. Habt ihr Hobbies? Oder ist bei euch auch alles gleich ein Projekt? Und wo sind die Grenzen eurer Komfortzonen?

P.S.: Falls jemand mehr über die großen und kleinen Sachen wissen will, die ich in den letzten Monaten und Jahren zum ersten Mal gemacht habe, ist hier eine Auswahl:

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InesÜber Komfortzonen und die Frage, was ein Hobby ist

Let’s talk about you and me, baby!

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Entschuldigung für den plakativen Titel, aber wir müssen reden. Und zwar über eine Idee, die mich nicht mehr loslässt. Also, es ist so: Mir fällt immer wieder auf, dass es mir Freude macht, wenn mir andere Menschen vom Geschichtenerzählen und von ihren Leidenschaften erzählen. Ich bin ein neugieriger Mensch, und ich will wissen, was Menschen so antreibt. Und die Idee ist, das noch heuer in einen Audio-Podcast zu packen. Ach so, und man sagt mir eine schöne Mikrofonstimme nach, das kann ja auch nicht schaden.

Podcast Chalkboard, © Ines Häufler, 2015

Podcast Chalkboard, © Ines Häufler, 2015

Hier ist der Status Quo:

Die Form: Weil es mich stresst, jede Woche gezwungener Maßen etwas liefern zu müssen, würde ich den Podcast wie eine TV-Serie in Staffeln anlegen. Also ca. 4 (oder 5) Episoden pro thematischer Staffel. Zwischen den Staffeln kann Zeit vergehen, bis die nächste startet.

Der Inhalt: Die erste Idee war, dass ich erzähle, was ich über Storytelling, Geschichtenerzählen und Drehbucharbeit weiß. Aber ich habe gemerkt, dass mir das nicht genügt. Das ist sicherlich für euch spannend (und auch für mich), aber ich will auch meinen eigenen Horizont erweitern. Also ist der Plan, dass ich innerhalb von Themen, die mich interessieren, das Thema „Storytelling“ auslote. Beginnen werde ich natürlich mit Film/Drehbuch. Aber in weiteren Staffeln könnten es auch darum gehen: Romane. Illustration. Museen. Malerei. Kochen (ja, auch Gerichte erzählen Geschichten, und Lebensmittel sowieso). Mode. Bestimmte Orte. Ihr seht, ich fasse den Begriff „Storytelling“ in diesem Fall ausnahmeweise sehr weit.

Die Inspiration: Wenn es um Menschen geht, die ihre Geschichten erzählen, ist das Blog Was machen die da? von Isabel Bogdan und Maximilian Buddenbohm ein Vorbild. Außerdem mag ich in dem Zusammenhang die TV-Dokuserie Reiseckers Reisen sehr gerne. Und neulich bin ich auf das Digital Storytelling Projekt von Erwin Schmitzberger gestoßen. Aber in keinem dieser Projekte geht es thematisch dezidiert um Storytelling (eher in der Form).

So, bevor ich loslege müsst ihr mir bitte helfen. Ich will über eure Lieblingspodcasts Bescheid wissen. Ich will erfahren, was ihr blöd findet und was euch gefällt. Wie ist die ideale Länge? Wo hört ihr Podcasts? Welche Themen interessieren euch? Verratet mir eure Vorlieben, erzählt mir, welche Bedeutung Podcasts für euch haben.

Die Idee steckt noch komplett in den Kinderschuhen, und ich weiß nicht, wohin sie mich führen wird. Und genau deshalb brauche ich euren Input und habe dafür eine Umfrage mit 10 Fragen gestaltet. Ihr könnt sie gleich hier unten ausfüllen. Oder ihr verwendet diesen Link, der euch zur Podcast-Umfrage auf einer externen Seite führt.

Danke, dass ihr euch dafür Zeit nehmt!

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InesLet’s talk about you and me, baby!

50 Shades Of Whatever – Kunstedition

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Heute habe ich zufällig das hier im Künstlerbedarf gefunden:

Six Shades Of Grey. © Ines Häufler, 2015

Six Shades Of Grey. © Ines Häufler, 2015

Das musste ich natürlich auf Facebook posten. Und in den Kommentaren erfanden wir dann die „Fifty Shades Of Grey Künstleredition“, zu erwerben in den Paketen S, M und L (bzw. B, D, S und M – je nach Vorlieben) im Künstlerbedarf.

Fifty Shades Of Grey - Artist Edition © Ines Häufler, 2015

Fifty Shades Of Grey – Artist Edition © Ines Häufler, 2015 (Bild anklicken > größer.)

So, ihr entschuldigt mich bitte kurz, ich muss schnell den Marketingabteilungen von Bösner und Gerstäcker über meine Provision verhandeln.

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Ines50 Shades Of Whatever – Kunstedition

#weekendwriting 18: (K)eine Geschichte

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Notiz: Ich stecke gerade in den Vorbereitungen meines neuen Cartoonbuchs TALKING PASTA, das im Frühjahr erscheinen wird. Das bündelt in diesen Tagen fast meine gesamte kreative Energie, und der Rest wird von meiner Arbeit als Filmdramaturgin aufgebraucht.

Ich habe schon letzte Woche bemerkt, dass sich die Weekend Writing Challenge zur Zeit eher als Pflicht denn als Vergnügen anfühlt. Deswegen werde ich in den nächsten Wochen mit meinen eigenen Geschichten zur Fotoinspiration aussetzen bzw. sie nicht zwingend am Sonntag, sondern dann, wenn ich Ruhe zum Schreiben habe, nachliefern.

Die samstägliche Inspiration für euch wird es natürlich weiterhin geben, und ich freue mich wie immer sehr über eure Geschichten! Viel Spaß beim Schreiben!

P.S.: Seid ihr auch auf Instagram? Ihr könnt mir gerne dort folgen, wo ich auch ab und zu die Fortschritte des Talking Pasta Projekts dokumentieren werde.

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Ines#weekendwriting 18: (K)eine Geschichte

#weekendwriting 1: Meine Geschichte

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Na, wie ist es euch bei der ersten Weekend Writing Challenge gegangen? 15 Minuten sind schon sehr kurz, aber sonst wäre es ja auch keine Challenge. Hier ist meine Geschichte.

Concordia Agnes und Leopold #weekendwriting

Zweimal hatte Agnes schon von vorne angefangen. Sie saß wieder vor einem leeren Blatt und wollte von dem Tag auf der Concordia erzählen, als sie Leopold kennengelernt hatte. Leopold, ihr Fels in der Brandung – im wahrsten Sinne des Wortes.

Agnes hatte mit ihren besten Freundinnen Trudi und Heidelinde eine kleine Kreuzfahrt gebucht. Trudi würde bald heiraten und nach Deutschland ziehen, Heidelinde ging nach Wien zu einer großen Firma. Ein letzter Ausflug als unzertrennliches „Dreimäderlhaus“, das hatte sich Agnes gewünscht.

Sie bekam aber vom ersten Tag an Bord so gut wie nichts mit, denn das Wetter war stürmisch, und sie legte sich mit flauem Magen in der Kabine hin. Erst später raffte sie sich auf und suchte ihre Freundinnen. Am Weg zum Restaurantdeck schlingerte das Schiff plötzlich so stark, dass sie beinahe hinfiel – wäre da nicht die Hand von Leopold gewesen. „Der ist aber stark“ hatte sie gedacht. Sie konnte sich jetzt noch daran erinnern, wie sich seine Hand angefühlt hatte. Und an sein brummiges Lachen, das war ihr gleich aufgefallen. Sie hatten denselben Humor, das merkte sie dann beim Weintrinken an der Bar. Agnes konnte die ganze Nacht nicht schlafen und beratschlagte sich mit Trudi und Heidelinde, was von Leopold und seinen starken Händen wohl zu halten war. Dabei war es ihr in dem Moment schon klar, und ihm auch, wie er ihr später erzählte.

Kurze Zeit später zog Agnes zu Leopold nach Linz, sie heirateten und Agnes fing bald als Sekretärin in seiner Brauerei an. Acht Jahre war das her. „Die besten Jahre meines Lebens“ dachte sie, und auch, dass das neulich eine Schauspielerin in einem kitschigen Film gesagt hatte, den sie mit Leopold im Kino gesehen hatte.

Und jetzt war ihr Leopold fort, und Agnes sollte in einer Stunde dutzenden Menschen etwas über ihn erzählen. Aber alles, was ihr einfiel, waren seine starken Hände auf der Concordia.

Agnes faltete den leeren Zettel zusammen, steckte ihn in die Tasche ihres schwarzen Mantels und verließ das Haus. „Zum Stadtfriedhof bitte“, sagte sie zum Taxifahrer und hielt sich an dem leeren Zettel in ihrer Manteltasche fest.

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Ines#weekendwriting 1: Meine Geschichte

Kreatives Schreiben: #weekendwriting

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Nachdem die Übung für das Kreative Schreiben bei meinem letzten Storytelling Workshop für Digitalista so gut angekommen ist, habe ich beschlossen, sie hier im Blog weiterzuführen.

Ich werde immer am Samstag ein Foto aus meinem Fundus als Inspiration für eine kurze Geschichte posten. Meine eigene Story stelle ich am Sonntag hier ins Blog. (Update: Hier ist sie.)

Creative Writing Prompt

Hier kommt die Anleitung:

  1. Stell dir einen Timer (Küchenuhr, Handywecker…) auf 5 Minuten. Bereit?
  2. Schau dir das Foto 5 Minuten lang genau an. Die Menschen, die Körperhaltung, die Gegenstände. Was ist im Zentrum, was im Hinter- oder Vordergrund? Entdecke die Details, studiere die Gesichtsausdrücke. Was könnte die Geschichte zum Foto sein?
    Pling! Die 5 Minuten sind um.
  3. Stelle jetzt den Timer auf 15 Minuten. Los gehts mit dem Schreiben!
  4. Schreibe eine kurze Geschichte. Da die Zeit begrenzt ist, eignen sich Momentaufnahmen, Vignetten, Augenblicke, Kurzgeschichten, Gedankenströme besser als lange, epische, romanhafte Ansätze. Und denk nicht zu lange nach! Es geht hier weniger um den Kopf als um die Intuition.
  5. Pling! Fertig.

Achtung: Es geht hier nicht um Perfektion, sondern um den Spaß am Schreiben. Deshalb halte ich mich nach den 15 Minuten auch nur sehr kurz mit dem Umschreiben auf. Ich korrigiere Formulierungen, für die mir ad hoc  beim Durchlesen doch etwas besseres einfällt, aber im Großen und Ganzen lasse ich die Geschichten so, wie sie beim ersten Wurf entstehen und stelle sie eher „roh“ ins Blog.

Euch fällt nichts ein? Hier einige Fragen, die deiner Fantasie auf die Sprünge helfen können:

  • In welcher Beziehung stehen die Personen zueinander?
  • Wer hat das Foto gemacht, in welcher Beziehung steht die Person zu denen auf dem Foto?
  • Erzählt jemand etwas über die Personen auf dem Bild, oder ist eine Person vom Foto der Erzähler?
  • Wer ist die Hauptfigur, wie heißt er/sie, welchen Background hat er/sie?
  • Welche Erwartungen haben die Personen, was hoffen sie, was befürchten sie? Was sind ihre Lebensträume und Ziele?
  • Was ist der Konflikt, das Dilemma, das die Person gerade hat?
  • Was ist vor der Aufnahme passiert, und was passiert, nachdem der Auslöser gedrückt wurde?
  • Was oder wer steht außerhalb des Bildausschnitts?
  • Wie ist die Stimmung der Personen? Ändert sie sich in der kurzen Geschichte?
  • Wie riecht es, ist es warm oder kalt? Friert die Person, ist ihr heiß?

Wenn ihr eure Geschichte im Internet postet, hinterlasst doch den Link hier in die Kommentare. Ich freue mich natürlich auch, wenn ihr diesen Artikel auf Facebook und Twitter teilt – es wäre schön, wenn so viele wie möglich mitmachen und diese Form des Weekend Writing ein Fixpunkt im kreativen Internet wird. Aber das überlasse ich der Zukunft. Jetzt geht es los – viel Spaß beim Schreiben!

Achso, ein Hashtag wäre auch noch gut. Hier ist er: #weekendwriting. Er wird bereits von AutorInnen im Netz benutzt, da passt unsere Übung gut dazu.

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InesKreatives Schreiben: #weekendwriting

Gesehen: Der Schlafsackmann

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Manche Situationen kann ich nicht fotografieren, weil es mir zu aufdringlich vorkommt. Aber ich kann sie später aufzeichnen.

Heute: Der Schlafsackmann. Wenn ich vor 7 Uhr morgens in Laufmontur am Westbahnhof auf die 58er Bim nach Schönbrunn warte, schlafen oft noch Menschen auf der Grüninsel in der Endstationschleife. Neulich kroch aus einem Schlafsack ein Mann im Anzug. Er rollte ihn mit ruhigen Griffen zusammen, nahm seine Aktentasche und ging Richtung Mariahilfer Straße davon.

everyday_schlafsack

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InesGesehen: Der Schlafsackmann