Storytelling in der Werbung: Skype

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In der Zukunft wird es hier einerseits mehr um Storytelling im Allgemeinen gehen, als auch um das Geschichtenerzählen über alle möglichen Plattformen hinweg. Das inkludiert auch Branded Content/Entertainment und Werbung.

Die Geschichte in diesem ersten Beispiel geht so: Sarah wird mit nur einem Arm geboren. Sahras Mutter sucht daraufhin im Internet nach Kindern mit einem ähnlichen Problem und findet Paige. Die Mädchen beginnen zu skypen und werden beste Freundinnen. Weil Sarah in Amerika und Paige in Neuseeland lebt, sehen sich aber die beiden erst nach 8 Jahren zum ersten Mal im „echten Leben“.

Natürlich ist die Geschichte als „Tearjerker“ aufgebaut und zielt auf starke Emotionen ab. Ich mag sie aber, weil ich ja erstens weiß, dass es eine Werbung für Skype ist und ich sie zweitens trotzdem nachvollziehbar und authentisch finde und sich für mich die Marke ausreichend im Hintergrund hält. Außerdem gefällt mir die Idee mit den Projektionen und Fotos, um die Distanz und Nähe der beiden vor dem Treffen zu visualisieren.

Das Video ist Teil von Skypes „Family Portraits“ Serie, in der ähnliche Geschichten erzählt werden.

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Buchkritik: Die Kunst der Filmregie

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Während ich mich mit einer Freundin auf Facebook gerade über Drehbuchliteratur unterhalten habe, ist mir eingefallen, dass ich im Februar 2013 für den Newsletter von VeDra eine längere Rezension über mein Lieblingsbuch zum Thema Drehbuchschreiben verfasst habe. Hier ist der Text:

 

Die Momente, die mich inhaltlich als Filmdramaturgin wirklich weiter gebracht haben, sind oft genau dann passiert, wenn ich über meinen eigenen dramaturgischen Tellerrand hinausgeblickt habe – am Schnittplatz, beim Textlernen mit einem Schauspieler, oder am Set neben der Regisseurin.

Und es ist ausgerechnet ein Werk mit dem Wort „Regie“ im Titel, das seit vielen Jahren zu meinen Lieblingsbüchern über das Drehbuchschreiben zählt: DIE KUNST DER FILMREGIE basiert auf einer Vorlesungsreihe, die der Autor und Regisseur David Mamet 1987 an der Filmschule der Columbia University abgehalten hat. Das nur 110 Seiten kurze Buch ist polemisch, radikal und unorthodox, was die Lektüre wunderbar unanalytisch und niemals zu trocken werden lässt.

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Viennale ’13: The Act Of Killing

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THE ACT OF KILLING von Josh Oppenheimer ist eine 159 Minuten lange Auseinandersetzung mit den Abgründen von Menschen, die sich mit Leichen brüsten. Und es ist einer der herausragendsten Dokumentarfilme, die ich seit langem gesehen habe.

Es geht um Täter, die 1965 in Indonesien während des Militärputschs hunderttausende „Kommunisten“ umgebracht haben (die Anführungszeichen deshalb, weil die Zuschreibung „Kommunist“ oft sehr willkürlich war). Und viele der Täter leben heute ein ganz normales Leben und brüsten sich mit ihren Taten. Sie sind Helden und sehen sich nicht als Täter.

The Act Of Killing

Wenige Tage bevor ich den Film auf der Viennale gesehen habe, war ich bei einem Vortrag vom EAVE Programm in Wien, wo die Produzentin des Films, Signe Byrge Sorensen, über die langwierige Produktion und die unkonventionelle Distibution des Films (privat organisierte Screenings in Indonesien um die Zensur zu umgehen; das Umdenken der Regierung nach dem Film gegenüber den vorher unangetasteten Tätern etc.) gesprochen hat.

Der Film selbst zeigt keine Opfer, aber er bleibt so lange bei den Tätern bis die sich beginnen selbst zu demontieren. Dafür begleitet sie der Regisseur nicht bloß im Alltag, sondern er lässt sie die Szenen ihrer Morde nachspielen. Dabei spielen sie teilweise die Täter und manchmal auch die Opfer.

Der Film schafft es irgendwie, dass ich nie mit den Tätern empathisch wurde, obwohl ich ihnen ganz nahe kam. Selbst zum Schluss nicht, wo ich endlich das Gefühl hatte, dass es zumindest einem das Bewusstsein an die Oberfläche schwemmt ein Mörder zu sein und dafür eine moralische Verantwortung zu haben.

Über den Film könnte ich noch sehr vieles sagen; er hat mich tagelang nicht losgelassen. Aber ich finde, ihr solltet ihn euch einfach ansehen. Hier ist der Trailer:

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Viennale ’13: Gold

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Im Freundeskreis mochten ja wenige Thomas Arslans letzten Film IM SCHATTEN. Ich schon. Irgendwie machte mir dort das lange Warten, wo nichts passiert und man beobachten kann, nichts aus.

Auf GOLD war ich gespannt, weil ich neugierig war wie sich so eine Langsamkeit mit ihren vielen Leerstellen in einem Genrefilm niederschlägt.

Äußerlich ist GOLD ein eher klassischer Western. Aber ich glaube dass es in Wirklichkeit ein Film über das Überleben des Menschen ist, also auch der Menschlichkeit. Denn dass der Mensch dem Menschen ein Wolf ist, vor allem in der Gruppe inmitten einer großen Einsamkeit voller unbekannter Gefahren, das dürfte hinlänglich bekannt sein.

Gold

So weit, so absehbar, und auch so interessant, wie das ein deutscher Autorenfilmer umsetzt. Aber obwohl ich den Film unbedingt mögen wollte, bin ich mit den Figuren nicht warm geworden. Das lag bei mir vor allem an den Dialogen, die ich etwas klischeehaft fand, und an dem Gefühl, dass ich das alles genau so schon irgendwo gesehen hatte. Mir war die Erzählung zu unfokussiert und zu konventionell. Ich hätte mich gefreut, wenn das ganze etwas leichter, weniger, unvorhersehbarer und weniger hölzern daherkommt.

Und vor allem hätte ich mir eines gewünscht: Der Film erzählt die Geschichte von deutschen Auswanderern auf der Suche nach Gold, Geld und Glück. Das legitimiert einerseits, dass alle Deutsch sprechen. Aber andererseits habe ich das „Deutschsein“ inmitten eines fremden Landes der unbegrenzeten Möglichkeiten nicht gespürt. Die Figuren haben in meinen Augen das getan, was Figuren in einem Western halt so machen – es gibt den Spießer, das alte Paar, den jungen Wilden, den machtgeilen Supermacho und den geldgierigen Geschäftsmann. Die Frau, die Nina Hoss spielt, hat ein Geheimnis, aber insgesamt ist es halt einfach eine Gruppe von Leuten, die ums Überleben kämpft. Ist es also egal, dass es deutsche Auswanderer sind?

Entweder heißt das, dass wir als Menschen alle gleich sind, unabhängig von unserer Herkunft, oder es heißt, dass es an Ideen gemangelt hat, diesen Aspekt zu visualisieren. Dass er für Arslan wichtig war, liest man z.b. hier.

Naja, ich weiß auch nicht so recht…

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Viennale ’13: Like Father, Like Son

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Meistens ist alles gleichzeitig. Also, während die Viennale läuft. Dieses Jahr war es zuerst die Runtastic Story Running Präsentation, und jetzt habe ich eine blöde Erkältung.  Aber drei Filme habe ich immerhin gesehen.

Auf LIKE FATHER, LIKE SON (SOCHITE CHICHI NI NARU) von Koreeda Hirokazu habe ich mich schon gefreut. Ansonsten habe ich ja eine Art Hassliebe zu vielen asiatischen Filmen, die ich gesehen habe, aber ich war u.a. von seinem Film NOBODY KNOWS sehr begeistert.

Was mich oft fasziniert, ist die simple Ausgangslage seiner Filme. Bei NOBODY KNOWS ist es ein Satz: Eine Mutter verlässt ihr vier Kinder, einfach so, nur ein Brief und etwas Geld bleiben zurück. Die Geschichte ist dann konsequent aus der Sicht des ältesten 12jährigen Bruders gefilmt, und es gibt wenige Filme, die mich in ihrer Schlichthet mehr berührt haben als dieser.

LIKE FATHER, LIKE SON hat ein ähnlich einfaches Thema: Zwei Elternpaare entdecken, dass ihre Söhne bei der Geburt vertauscht wurden. Beide kommen aus sehr unterschiedlichen Milieus, und beide fragen sich, wie sie nun vorgehen.

Like father, like son.

Leider hat mich dieses mal die Einfachheit der Geschichte nicht ganz überzeugt. Sie ist für mich etwas ins Banale abgerutscht und wird zu lang ausgebreitet. Das liegt vielleicht auch am Plot: Daraus macht man schnell mal ein melodramatisches TV Movie oder eine überdrehte Komödie.

Gerade deswegen hätte mich interessiert, wie Koreeda Hirokazu sich dem ganzen vielschichtig und durch eine sensible und genaue Beobachtung annähert, aber mir war das letztlich zu plump, vorhersehbar und durchschaubar:
Auf der einen Seite die wohlhabende Familie, wo der Vater seinen Ehrgeiz in den Sohn hineinprojiziert, der es dadurch schwer haben wird, seine eigenen Persönlichkeit zu entwickeln. Auf der anderen Seite die ärmere Familie, die dafür glücklich und menschlicher bzw. idividueller mit dem Sohn umgeht. Mir kam vor, das habe ich in Variationen schon zu oft gesehen und ich fand es irgendwann vorhersehbar.

Aber wie immer, wenn mich der Inhalt weniger berührt als erhofft, beschäftigt sich mein Hirn mit etwas anderem, zum Beispiel mit dem Schnitt und der Mis En Scene. Beides fand ich auffällig gut, vor allem was die inhaltliche Aufladung der Bewegungen in den Szenen betraf. Aber insgesamt war mein Viennalestart mit diesem Film heuer eher so mittel.

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InesViennale ’13: Like Father, Like Son

Runtastic Story Running

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Am Donnerstag wurde Runtastic Story Running beim Pioneers Festival gelauncht. Story Running ist ein neues Feature der Runtastic App. Es werden dabei Geschichten samt einem speziellen Soundtrack erzählen, die auf die Zielgruppe der LäuferInnen abgestimmt sind.

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Meine Aufgabe als Story Consultant reichte von der Planung des Story Developments über die Begleitung der AutorInnen während der Stoffentwicklung, bis zur Regie bei einer der Sprachaufnahmen. Es war eines der spannendsten Projekte meiner bisherigen Laufbahn als Dramaturgin, weil wir auf vielen Ebenen Neuland betreten haben. Danke an die AutorInnen und das tolle Team von Runtastic! (Hier gibt es einen Artikel mit mehr Infos, samt Foto bei der Präsentation.)

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InesRuntastic Story Running

Kurzfilm-Challenge: Red Bull 12 to 12

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Der Energydrinkhersteller mit dem Stier im Logo hat einen Kurzfilmwettbewerb ausgeschrieben. RED BULL 12 to 12 ist eine Kurzfilm-Challenge, bei der man, analog zu den Instant-Film-Wettbewerben nur wenige Stunden Zeit hat, um einen kompletten Film zu realisieren. Aber weil bei Red Bull anscheinend alles immer ein bisschen spektakulärer sein muss, hat man hier nicht 48 oder 36 Stunden Zeit, sondern bloß 12 (korr.) 24 Stunden.

Wenn ich das richtig sehe, läuft die Bewerbung in zwei Stufen: Voraussetzung ist, dass man FilmstudentIn in Deutschland oder Österreich ist. Man füllt das Formular aus (Achtung, die Deadline ist der 31.10.2013!), und die Jury wählt 15 FilmemacherInnen/Teams aus, die dann im November in Berlin zur Challenge antreten. Dort wird dann ein/e GewinnerIn gekürt. So sieht das GewinnerInnenteam vom letzten Jahr aus:

Red Bull 12 to 12 GewinnerInnenteam von 2012, © Thomas Dietze.

 

Gute Sache, finde ich, denn man kann 5000,- € für den nächsten Film gewinnen (naja, das ist nicht das große Geld, aber „besser als in die hohle Hand gespuckt“, wie meine Mutter sagen würde) und praktsicherweise einen 12monatigen Zugang zur Adobe Creative Cloud.

Aber Moment, da fällt mir was auf: Interessant, die Jury besteht ausschließlich aus Männern (laut Homepage Matthias Schweighöfer, Christof Wahl, Gregor Bloéb, Oliver Berben und Steffen Wink – alles verdiente Menschen in ihrem Fach, keine Frage). Und obwohl das GewinnerInnenteam von 2012 laut Foto zwei Frau im Team hat, sehe ich im Marketingvideo fast ausschließlich Männer bei der Arbeit.

Bevor jetzt der übliche Shitstorm über mich hereinbricht: Ich bin überzeugt, dass das unabsichtlich passiert ist. Aber gerade das zeigt wieder mal sehr schön, wie es mit der Sichtbarkeit von Frauen in Filmberufen aussieht. Es gibt sie, aber ich finde sie viel zu selten in der ersten Reihe.

Und weil ich hier in meinem Blog Hausrecht habe, fordere ich hiermit einfach mal alle FilmstudentINNEN in Deutschland und Österreich auf, sich zu bewerben; eure männlichen Kollegen werden es nämlich ohnehin tun. Liebe Filmstudentinnen: Allein, im Team – egal. Seid laut, drängt euch vor und zeigt was ihr könnt. Und scheisst drauf, dass ihr euch dann vielleicht im ersten Moment egoistisch fühlt (ich weiß, wovon ich spreche, aber das liegt bloß an der Erziehung). In unserem Business hilft laut sein und vorne stehen nämlich ungemein weiter.

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Rückschau und Vorschau

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Der Workshop SOURCES2 – TRAINING MENTORS war sehr intensiv, und ich habe in den wenigen Tagen viel Input für meine Arbeit bekommen. Bei meinem Beruf, der meistens allein stattfindet, ist es interessant, sich auszutauschen und zu beobachten wie es die KollegInnen machen.

Und was passiert in den nächsten Tagen? Ich habe in den letzten Monaten an einem (noch) geheimen und sehr spannenden Projekt für Runtastic gearbeitet. Am Donnerstag Vormittag wird das Geheimnis im Rahmen des Pioneers Festival gelüftet, und ich bin ein bisschen aufgeregt, weil ich bei der Präsentation selbst kurz auf der Bühne stehen werde. So stay tuned for some exciting news!

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InesRückschau und Vorschau

Warum sich gratis arbeiten nicht auszahlt

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Ich habe gerade einen Artikel mit der schönen Überschrift „Wer fürs Schreiben bezahlt werden will, sollte es nicht umsonst tun“ entdeckt und beim Lesen innerlich heftig genickt.

Anlass war offenbar das Geschäftsmodell der deutschen Version der Huffington Post, bei dem die JournalistInnen nicht bezahlt werden, weil sie im Gegenzug Klicks, Anerkennung, Bekanntheit etc. durch die Veröffentlichung auf der Website bekommen. Jannis Kucharz meint in seinem Artikel dazu:

Wenn ich vom Schreiben leben möchte und das als mein primäres Geschäftsmodell begreife, das wertvollste was ich zu bieten habe, dann sollte ich das nicht umsonst hergeben.

Ja, ja und nochmals ja.

Hier ein Beispiel: Ich habe mich neulich mit einer Bekannten unterhalten, die eine erfolgreiche Cutterin ist. Wir sprachen darüber, wie man damit umgeht, wenn wer aus unserer kleinen Filmbrache, wo quasi jeder jeden kennt, auf einen zukommt und sagt „Ich habe hier ein Drehbuch/einen Rohschnitt, kannst du bitte mal kurz draufschauen und mir Feedback geben?“. Gemeint ist dabei immer „Kannst du bitte GRATIS draufschauen“.

Die Cutterin konnte zuerst gar nicht verstehen, wieso ich das nicht ohne Bezahlung mache. Der große Unterschied zwischen ihr und mir ist aber, dass sie ihr Geld mit dem Editieren von Filmen verdient, und nicht primär mit Schnittberatung. Ich hingegen verdiene mein Geld fast ausschließlich mit dramaturgischer Beratung. Diese Dienstleistung, die mindestens 80% meines Einkommens ausmacht, soll ich plötzlich gratis anbieten? Ich weiß ja nicht, wie andere Menschen unternehmerisch planen und handeln, aber das liegt meines Erachtens auf der Hand, dass sich so kein Lebensunterhalt finanzieren lässt. Mit „Werbegeschenk“ lässt sich das in meinen Augen auch nicht argumentieren, denn es geht ja um die Dienstleistung selbst. Und nebenbei stellt sich auch die Frage, wieso der/die eine meine professionelle Dienstleistung gratis bekommen soll, und jemand anderer nicht.

Wobei ich z.B. bei Low Budget Kurzfilmen von Filmhochschulen durchaus mit dem Preis runtergehe. Ich kenne auch Leute in der Postproduktion, die das machen. Aber professionelle Arbeit verschenken? Dafür fehlt mir immer noch die Argumentation.

Der Joker hat das übrigens auch schon immer gewusst: „If you are good at something, never do it for free.“ ;-)

(Danke an Jonas, der dieses Video in den Kommentaren drüben beim Artikel im Netzfeuilleton gepostet hat.)

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SOURCES 2 – Training Mentors

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Ines Reading Scripts, Photo: © Brigitte Häufler

Ines Reading Scripts, Photo: © Brigitte Häufler

Ines bei der Arbeit. Hier bereite ich mich gerade auf den SOURCES 2 Workshop TRAINING MENTORS FOR EUROPEAN SCREENWRITERS vor, der heute (18.10.) abends in Herrsching am Ammersee beginnt. Deshalb wird es bis einschließlich Dienstag hier am Blog ruhiger sein, aber ich hoffe, dass ich mit vielen Inspirationen zurückkommen werde, über die ich dann hier berichten kann. See you next week!

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InesSOURCES 2 – Training Mentors